1 Million neue Jobs versprachen Bündnis90/die Grünen im Wahlkampf durch eine ökologische Industrie-Revolution. Auch der damalige Kanzlerkandidat Steinmeier überschlug sich eingedenk der Wachstumseuphorie der Öko-Industrie 2009 und prophezeite ein neues Wirtschaftswunder. Nun schreibt die FAZ, das von 10.200 Arbeitsplätzen, die Anfang 2012 in der Solarindustrie existierten, nur noch 4.800 vorhanden sind. Trotz Förderung von 175.000 Euro – pro Jahr. 

Ein weiteres in der endlosen Serie von Beispielen des Versagens von staatlicher Industriepolitik. Der Grund ist systematisch und liegt in der Anmassung von Wissen (v.Hayek).

Wettbewerb ist die beste Methode zur Entdeckung neuen Wissens (ebenfalls v. Hayek). Wer in diesen Wettbewerb eingreift, vernichtet dieses Wissen. Das lässt sich gerade bei der Solartechnologie exemplarisch darstellen.

Aus Sonnenstrahlen Energie zu gewinnen ist eine schöne Idee. Und gelegentlich funktioniert sie auch gut. z.B. auf den Laternen, die man einfach in den Garten stecken kann, ohne sie zu verkabeln oder mit Batterien auszustatten. Oder auf dem flachen Land, wo man damit z.B. die Beleuchtung von Straßenbeschilderungen sicherstellen kann.

Nur zur Stromerzeugung und zur Heizung ist die gegenwärtige Solartechnologie zu ineffizient und zu teuer. Zumindest hierzulande.  Mit dem Energieeinspeisegesetz tat die Rot-Grüne Regierung das Gegenteil von dem, was der Markt bewirkt hätte. Sie stoppte die technologische Entwicklung der Photovoltaik. Für die Hersteller gab es keinen Anreiz, sie produktiver und effizienter zu gestalten.

Stattdessen wurde Lowtech produziert. Denn bis auf die Herstellung der merkwürdigen Silizium-Waffeln braucht man für die Produktion nicht mehr Wissen als für den Aquarium-Bau. Es handelt sich schlicht um beschichtete Glas-Kästen. Kein Wunder, dass die Chinesen das schnell genauso gut können. Für die Hälfte des Preises. Trotz 175.000 Euro Subvention pro Arbeitsplatz und Jahr.

Dazu trug auch die Tatsache bei, dass die Einspeisevergütungen zu lange zu hoch blieben. Es wäre wenigstens sinnvoll gewesen, für neue Anlagen Jahr für Jahr die Vergütung zu senken. Das hätte die Hersteller wenigstens veranlasst, ihre Subventionsgewinne in die Forschung zu stecken und nicht in Gottschalk-Schlößer am Rhein.

Dass mittlerweile auch die Ökounternehmen Windreich und der Wind-Finanzier Prokon in die Pleite schlitterten, offenbart ein weiteres Problem von Subventionsempfängern. Ihnen fehlt der Leidensdruck nur Geld zu investieren, dass sie selbst verdient haben. Und das macht leichtsinnig bis größenwahnsinnig.

Die ganze Energiewende scheitert am mangelnden Wissen der Politik. Ich will nicht verhehlen, dass die vielleicht vor 30 Jahren mit der Atomtechnik aufs falsche Pferd gesetzt hat, wenn man die Folgekosten beachtet. Das macht es aber nicht besser, jetzt nicht einfach nah am Endverbraucher effiziente Gaskraftwerke aufzubauen, wenn man die Atomkraftwerke schon abschalten will.  Und den Technologie-Unternehmen durch hohe Abschreibungen einen kräftigen Anreiz zu geben, effiziente Alternativen zu entwickeln. Undzwar ohne ihnen rein zu reden.

Industriepolitik ist immer zum Scheitern verurteilt. Weil der Politiker eben nicht mehr weiß als der gemeine Mensch.

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