Die Katholische Kirche ist eine Organisation, der man nicht angehören muss. Im Wettbewerb der Glaubensgemeinschaften finden sich etliche andere Religionen, die beinahe jedes Spektrum bedienen. Natürlich ist die Kirche auf ihre Schäfchen angewiesen, in Deutschland gibt es von denen Kirchensteuern in anderen Ländern bezahlen sie ihre Gemeinden und deren Geistliche. Kardinal Meisner hat in einer Rede vor irgendeiner katholischen Gruppierung, die sich durch besonderen Kindereichtum auszeichnet, gesagt, “eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien”.

Natürlich bleibt eine solche Aussage nicht unwidersprochen, aber was soll der Mann denn sonst sagen? “Werdet Buddhisten”, “Reist alle nach Mekka?” oder “Ich möchte Frau Käßmann heiraten”? Aus der beruflichen Sicht eines Kardinals ist eine strengkatholische Famlie mit zehn Kindern selbstverständlich wichtiger als eine muslimische Familie mit vier Kindern. Letztere zahlen keine Kirchensteuern, kommen nicht in seinen Gottesdienst und folgen nicht den Lehren seines Auftraggebers Jesus.

Die banale Feststellung, dass man sich eher um die eigene Kundschaft als um die der Konkurrenz kümmert, gilt auch für eine Kirche. Es wäre interessant zu sehen, wie die Reaktionen ausfielen, wenn Meisner sich nun verstärkt um besagte muslimische Familien kümmern wollte und seine Missionare auf den Zug nach Kreuzberg schickte. Vielleicht mit kostenlosen Bibelverteilaktionen?