Wohl über 70.000 ADAC Mitglieder haben beim “Gelben Engel” für das Lieblingsauto gestimmt. Wohl 7000 für den Gewinner, den VW Golf. Weil dem Chefredakteur der ausrichtenden “ARD-MOTORWELT” zu wenig war, hängte er beim Abstimmungsergebnis einfach eine 0 hinten an. Oder eine eins oder eine fünf. Ohne die Reihenfolge zu verfälschen.  Dass der Golf des Deutschen liebstes Auto ist, kann man übrigens auch aus der Zulassungsstatistik erkennen. Da führt er auch. Mit ein paar hunderttausend Nummern mehr. Wo also ist der Skandal. 

Investigative Enthüllungsjournalisten haben zudem aufgedeckt, dass Mitglieder des ADAC- Präsidiums mit Ersatzmaschinen der Vereinseigenen Rettungsfliegerstaffel in den letzten Jahren 30 (!) mal zu offiziellen Terminen geflogen sind. Bei fast 50.000 Rettungseinsätzen von 39 Rettungsstationen kann man nicht wirklich von Zweckentfremdung sprechen.

Der unvermeidliche Automobilexperte Duddenhöffer von der renommierten Elite-Uni Essen-Duisburg meldet sich nun per Multichannel auf allen Fernsehsendern zu Wort und mahnt allerorten Reformen bei dem 19 Millionen Mitgliedern zählenden Verein, der nicht nur seinen Mitgliedern kommerzielle Angebote aller Art rund um das Thema Automobil anbietet und eben nicht nur die berühmte Pannenhilfe.

Das Geschäftsmodell des Vereins mag manchem ein Dorn im Auge sein. Vor allen Dingen, weil der ADAC natürlich sein durch die Pannenhilfe erworbenes Renommée nutzt, um nicht nur seinen Mitgliedern vom Benzingutschein über den Mietwagen, den Schutzbrief bis zum Vertragsanwalt alles bietet, was irgendwie mit vier Rädern zu tun haben könnte.

Diese kommerziellen Angebote sind aber in separaten Gesellschaften organisiert und gefährden so  den Vereinsstatus des Clubs nicht, der auf der politischen Bühne natürlich auch als Interessenvertreter des Automobilisten auftritt. Seiner Existenz dürfte auch die Abwesenheit eines allgemeinen Tempolimits zu verdanken sein, die den legendären Ruf der deutschen Autoindustrie und ihre Exporterfolge begründen dürfte.

Gleichzeitig regt sich niemand darüber auf, dass deutsche Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen lukrative Firmen unterhalten, die im Auftrage der Bundesanstalt für Arbeit veritable Weiterbildungsangebote unterbreiten.

Ein typisches Beispiel sind die Auffanggesellschaften. Die werden z.B. von gewerkschaftseigenen Firmen “von der Stange” geliefert und so erkaufen sich die Insolvenzverwalter auf dem Rücken der Beschäftigten die Zustimmung oder mindestens den Goodwill des Betriebsrates. Das ist ein Skandal.