muss ihn selber machen. Das sagte man von den hanseatischen Bürgerstöchtern der Perlenketten- und Faltenrockfraktion in den Achtzigern an meinem Studienort Freiburg. Heute bekommt dieser Satz einen faden Beigeschmack, wenn man jetzt davon hört, dass auch der neue CSU-Generalsekretär sich in Prag eine Art Promotion light gegönnt hat. 

Doktortitel werden generell überbewertet. Früher gehörten sie zum guten Ton. Damals machte der brave Bürgersohn nach der zweijährigen Reserveoffizierszeit eine Banklehre, bevor er ein BWL-,VWL- oder Jura-Studium begann. Als Landadeliger durfte es auch Forstwirtschaft sein. Im Anschluß wurde promoviert und mit rund 30 Jahren trat man dann seine erste Stelle an, gerne auch als Assistent eines Vorstandes.

Ein Doktortitel verheißt Prestige. Aber sein Erwerb steht in keinem Verhältnis zum Gewinn. Drei, vier Jahre geht dabei drauf. Das ist für den gemeinen Politiker vielleicht ein wenig zuviel Aufwand. Da kommt man wie der Freiherr von und zu Guttenberg wohl auf  die Idee, die “wissenschaftlichen” Mitarbeiter ihres MdB-Büros zu nutzen, um den Zeitaufwand der Diss zu reduzieren. Oder man promoviert in Prag mit einer kleinen Doktor. Das ist kein unanständiger Kosename sondern eine weniger aufwändigere Methode, um an die begehrten zwei Buchstaben mit Punkt zu gelangen. Und dann hat der frischgebackene CSU-Generalsekretär den Aufwand auch noch per “Copy and Paste” minimiert, wie die FAZ feststellt.

Aber dienen Politikerdissertationen wie “Das Parteienrecht und die politischen Jugendorganisationen” dem wissenschaftlichen Fortschritt oder erhöhen sie die Qualifikation oder Eignung des Berufspolitikers? Wäre es für die nicht besser, tatsächlich ein paar Jahre in einnem real existierendem Unternehmen zu arbeiten statt mit der Promotion die Zeit zwischen Studium und Wahlkreis mit der Hilfe eines Stipendiums zu überbrücken um dann jungfräulich von jeder gewerblichen Tätigkeit zum Diäten-Empfänger zu werden.

Dissertationen sind wissenschaftliche Arbeiten. Sie sollen unter Beweis stellen, dass der Doktorand in der Lage ist, ein Thema eigenständig zu bearbeiten und so zum wissenschaftlichen Fortschritt beiträgt. Denn für die Allgemeinheit ist sie ja nicht umsonst sondern kostet ordentliches Geld. Deshalb ist es nur dann sinnvoll, sich mit so etwas zu brüsten, wenn man tatsächlich vorhat, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen.