Während im Südsudan 180.000 Menschen auf der Flucht sind und seit dem 15. Dezember über 1000 Menschen ums Leben gekommen sind und in Syrien täglich 80 bis 100 Menschen u.a. durch die Fassbomben des Diktators oder die mittlerweile eingesickerten “Freischärler” von Al Quaida sterben, bemüht sich der amerikanische Außenminister Kerry zwischen Ramallah und Jerusalem um einen Rahmenplan für einen Frieden im Nahen Osten und verhandelt dabei mit einem “Palästinenserpräsident, dessen Amtszeit längst abgelaufen ist und der auch nur die Hälfte des Gebietes der Selbstverwaltung repräsentiert. 

Wie öffentlich-rechtlicher Rundfunk geht, kann man auf der Online-Seite der BBC sehen, die übrigens den Gebührenzahler nicht mal halb so viel kostet wie ARD und ZDF. Dort gibt es einen ausführlichen Artikel über die Lage im Süd-Sudan inklusive zahlreicher Karten über die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung, die Ernährungslage und die Wasserversorgung und vieles mehr. Unter anderem ist dort auch ein Foto zu sehen, auf dem amerikanische Botschaftsangehörige die Rampe eines zu ihrer Evakuierung  angetretenen US-Militärflugzeugs.

Der “Süd-Sudan” ist ja schon das Kunstprodukt eines Bürgerkrieges und ohne Seeanbindung auf sich selbst angebunden. Das einzige, aus dem sich dort Kapital schlagen lässt, ist das Öl. Und darum tobt der Kampf. Und das hat 180.000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht.

Flüchtlinge gibt es in Palästina auch. Die haben sogar eine eigene UN-Flüchtlingsorganisation, die sich seit Jahrzehnten um diese armen Menschen kümmert, die sich schon in der Dritten Generation in diesem Zustand befinden. Sie erhalten von den USA, der EU und den UN Milliardensubventionen und die Hamas darf sich sogar noch über Waffenhilfe aus dem Iran und dem Libanon freuen.

Dass diese Araber in der Lage sein könnten, einen eigenen Staat zu führen, darf bezweifelt werden. Die letzten Wahlen fanden 2005 statt. Weil damals die HAMAS die Mehrheit bekam, die die Existenz Israels mit Waffengewalt bekämpft, riß sich die bis dahin regierende Fatah einfach mal das Westjordanland unter den Nagel. Seither gibt es deFacto nicht nur ein sondern zwei palästinensische Staatsgebilde.

Der amerikanische Außenminister ist da schon genügsamer. In seiner kurzen Amtszeit hat er schon 10 Nahost-Reisen unternommen und dabei die demokratisch gewählte israelische Regierung mit den abgewählten Palästinenser-Vertretern an einen Tisch gebracht. Nachdem man neun Monate lang herum verhandelt hat, will Kerry nun mit einem “Rahmenplan” das sinnlose Palaver verlängern.

Israel könnte auf dem Wege des “Landtauschs” ein paar Siedlungen im Westjordanland aufgeben. Der palästinensische Staat sollte Ost-Jerusalem als Hauptstadt bekommen. Und das schwerste Zugeständnis, das den Arabern abgerungen werden soll, ist die Anerkennung Israels als “jüdischer Staat” und eine wie immer geartete “Einschränkung des Rückkehrrechts” der so genannten Palästinenser.

Die Hamas-Diktatur und die Tatsache, dass die mit der Präzision von Sylvesterraketen aber größerer Wucht in Israel einschlagen, wird nur am Rande erwähnt. Dass gelegentlich israelische Siedlerfamilien im Schlaf von friedliebenden Palästinensern gemeuchelt werden, auch.

Im Vergleich zu den Syrern und den Südsudanesen geht es den so genannten Palästinensern ganz gut. Vielleicht sollte Mr. Kerry und auch der Friedennobelpreisträger Obama darüber nachdenken, ob die Prioritäten richtig gesetzt sind. Und die deutschen Medien sollten sich vielleicht nicht nur auf die “besetzten Gebiete” konzentrieren, die genau genommen gar nicht besetzt sind sondern sich vielleicht auch mal der Korruption und der Kriminalität der Araber in Hamastan und Fatah-Land zuwenden.