Landauf, landab ergötzen sich die Medien im Gedenken an das Kennedy-Attentat. Ein junuger Held, ein Schuß Verschwörungstheorie und die seriöse Halbbrille des Historikers machen eine nette Melange aus moralingesäuertem guten Gewissen. So antiamerikanisch, wie wir tun, sind wir doch gar nicht. Für den Menschen Kennedy war das Attentat eine Tragödie. Der Lichtgestalt konnte nichts besseres passieren. Sonst wäre er geendet wie Obama, der nicht einmal eine Web-Site zum Laufen kriegt. Wie es mit der ganzen Gesundheitsreform geht, wird man sehen. 

Kennedys kurze Bilanz fiel trocken aus. Er war es, der die ersten Militär-Berater nach Vietnam schickte, in seiner Amtszeit endete die Invasion in der kubanischen Schweinebucht in einem Desaster und als die Sowjets die DDR die Mauer bauen ließen, tat er gar nichts. Ganze zwei Jahre später ließ er sich erstmals in der Hauptstadt sehen, um seine sagenumwobene Rede “Ich bin ein Berliner” vor dem Rathaus Schöneberg zu halten. Propaganda, nicht mehr. 

Immerhin führte er die Welt an die Rande eines Weltkrieges, als er die Russen nötigte, auf Kuba stationierte Atomraketen wieder abzuziehen. Wohl die einzige Großtat. 

Dass Obama stets als “der schwarze Kennedy” tituliert wurde, war für den ein böses Omen. Er wußte es nur nicht. 

Für das deutsche Establishment, das sich sonst in Ressentiments gegenüber den USA erging, ist die Liebe zu Obama eine schwere Hypothek. Der Mann ist ein Versager, schließlich tötet er Terroristen in fremden Staaten einfach mit Drohnen. Und Guantanamo ist immer noch nicht zu. 

Da klammert man sich an seinen Bruder im Geiste, um sich moralisch über die verwerflichen Zustände in den USA zu erhöhen. Mit Kennedy wäre es nie so weit gekommen😉.