Christian Lindner verknüpft sein politisches Schicksal mit dem Wiedereinzug der FDP in den Bundestag 2017. Hört, hört. Was für ein schicksalhaftes Wagnis. Der Mann, ordentlicher Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender,  fährt volles Risiko. In Wahrheit ist diese Proklamation die Anmaßung eines selbst ernannten liberalen Messias, der über politisches Gespür und Geschick verfügt und die FDP mit wohl gesetzten Worten in die Beliebigkeit des sozialdemokratischen Mainstreams führen wird. Dafür kriegt er sogar 5 Prozent

Der Appeasement-Liberalismus steht in der Tradition der FDP. Mende und Genscher haben ihn groß gemacht. Westerwelle hatte nie was Anderes vor, war aber geschickt genug, konsequenten Liberalismus als Marketing-Thema in der Opposition zu entdecken. Eigentlich wollte er nur Außenminister werden. Und führte die Partei um diesen Zweck ins Verderben.

Deshalb hat der politische Liberalismus in Deutschland keine Tradition. Er hat schon lange keine Heimat Das Westerwelle-Experiment entpuppte sich als Illusion. Der vorherrschende Oppurtunismus der rückratlosen Boy-Group offenbarte auch, dass die nur Posten im Auge hatten und keine Positionen. Anders ist der Mindestlohn-Parteitagsbeschluß aus Karlsruhe nicht zu erkennen.

Dramatisch, dass die Appeasement-Politik selbst unter Marketing-Gesichtspunkten in´s Verderben führt. Denn wenn die FDP nichts mehr von den anderen Parteien unterscheidet, wird sie überflüssig. Als Apotheker- und Klientel-Partei kann sie vielleicht überleben. Aber da geht dann der Liberalismus vor die Hunde.

Lindner schafft es auf Handelsblatt.com in einem vierseitigen Interview, keine griffige Formulierung abzuliefern, warum des diese Partei braucht.  Und was er unter der Idee der Freiheit versteht. Nicht mehr als heiße Luft. Diese FDP ist eine Existenzgarantie für die AfD.