Das US-Finanzministerium ist nun auch ein Hort der Gleichgewichtstheorie.  Wenn Export- und Import eines Landes im Gleichgewicht stünden, ist alles in Butter. Das Länder wie Deutschland, Japan, Südkureo und China seit Jahren mehr ins Ausland exportieren, führt zu einem Ungleichgewicht und führt angeblich zu einer deflationären Verzerrung in der EU und damit auch der Weltwirtschaft. Nur eine Stärkung der “Binnennachfrage könne das “blutleere Wachstum” der Binnenkonjunktur beschleunigen. Anders gesagt: Neben der vernichtenden Gelddruckerei der EZB soll der deutsche Staat sich verschulden, um den Konsum seiner Bürger zu finanzieren. Ziemlicher Humbiug

1. Natürlich ist die Europäische Union in der Summe der bedeutendste europäische Markt für den deutschen Export. Abr seine Bedeutung sinkt. Betrug er in 2007 noch bei fast 65% der Gesamtexporte, so waren es 2012 nur noch etwas mehr als 58%. Dies wird natürlich mit der konjunkturellen Schwäche in der EU begründet. Tatsäclich liegt diese Verschiebung aber daran, dass die Exporte in alle anderen Länder um 8,8% gestiegen sind. Unter den fünf größten Exportnationen sind lediglich zwei Mitglieder der EURO-Zone: Frankreich (9,5%) und die Niederlande (6,5%). Großbritannien (6,6%) ist zwar ein EU-Staat, aber nicht Mitglied der Eurozone. Und die USA (7,9%) und China (6,1%) sind erkennbar keine EU-Staaten.

Das Ungleichgewicht ist nicht auf die mangelnde Binnennachfrage in Deutschland zurück zu führen. Die steigt schon allein durch die zunehmende Beschäftigung. Sondern durch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit unserer europäischen Nachbarstaaten. Alleine 2009 gingen die Importe aus den Niederlanden  um 14,6%, aus Frankreich um 13,9%, aus Italien um 15,3%, aus Großbritannien um 20,3% und aus Belgien um 20,2% zurück. Obwohl auch die Exporte im gleichen Zeitraum um zweistellige Proentzahlen zurück ging, 

Nicht Deutschland kann das aussenwirtschaftliche Gleichgewicht herstellen, sondern die anderen Staaten, in dem sie wettbewerbsfähige Produkte herstellen, die in Ländern wie Deutschland nachgefragt werden.

2.

Die Betrachtung der Gleichgewichtstheoretiker sind statisch. Wenn auf der einen Seite der Grafik sich eine Position verändert, muss ein anderer Faktor oder eine andere Konstante auf der anderen Seite sich um den gleichen Wert verändern. Doch das findet in der realen Welt keinen Niederschlag.  Wer aber eine Waage mit zwei Schalen beobachtet, erkennt schnell den Fehler. Solange der zu wiegende Gegenstand nicht vollständig mit Gewichten ausgeglichen ist, bleibt die Waage in Bewegung. Sobald das Gewicht erreicht ist herrscht Stillstand. Marktprozesse sind aber dynamisch, die Dinge in Bewegung und eben nicht im Gleichgewicht.

3.

Es kommt nicht nur darauf an, wieviel man exportiert, sondern auch was.  Und Deutschland exportiert keine Oliven oder Schafskäse, die andernorts verfuttert werden. 45% des deutschen Exports sind Investitionsgüter, also Maschinen und Anlagen. Die werden vom deutschen Konsumenten bei Erhöhung der Binnennachfrage nicht unbedingt gekauft. Tatsächlich ist ein Grund für den Exportüberschuß, dass die Kapazität der deutschen Industrie den Bedarf der Binnenwirtschaft übersteigt. Rechnet man noch Verbrauchsgüter wie chemische Produkte hinzu, die den größten Einzelposten darstellen, wird deutlich, dass nicht Deutschland einen Exportüberschuß haben, sondern alle anderen Länder ein Defizit, weil sie nicht wettbewerbsfähig sind und keine Produkte haben, die sie auf dem Weltmarkt absetzen könnten.

Soweit möglich, erhöhen deutsche Exporte also die Produktionskapazitäten und die Produktivität der Konkurrenz.

Neben den fehlenden Produkten erweist sich der EURO als Geißel der Wettbewerbsfähigkeit von Frankreich und Südeuropa. Den Ländern ist die Chance verbaut, diesen Nachteil schnell durch die Abwertung der eigenen Währung auszugleichen, so wie Frankreich und Italien es vor der Währungsunion immer wieder getan haben. Das würde deutsche Produkte teurer machen und etwa der notleidenden Autoindustrie in Frankreich und Italien einen Vorteil verschafen. Aber davon verstehen die Amis nix.