LimburgDer Medienhype um den Limburger Provinz-Bischof steht im gegenteiligen Verhältnis zur Bedeutung der Affäre. Zwar hat er reichlich Geld in die Aufhübschung seines Dienstsitzes gesteckt und die Meilen seines Generalvikars dazu genutzt, sich von der teuren Business- in die noch teure First-Class,  upgraden zu lassen, um anschließend in Indischen Slums seine Barmherzigkeit auszuleben und zur Schau zu stellen. Was die Qualitätspresse derweil aus der Angelegenheit um den Kevelaerer Bauernjungen macht, dem der Weihrauch zu Kopf gestiegen ist, spottet jeder Beschreibung und lenkt vor allen Dingen vom wahren Skandal ab: Dass die Kirchen in Deutschland nicht mehr vordringlich Glaubensgemeinschaften sind, sondern Sozialkonzerne, die den staatlichen Wohlfahrtsstaat allenfalls noch mit den Gewerkschaften zum Schaden der Betroffenen oligopolisiert haben. 

Gegen die MIßwirtschaft, die auf diesem Milliarden-Markt alltäglich betrieben wird, mutet die Verschwendungssucht des Mannes mit dem Doppel-Doppel-Namen geradezu demütig bescheiden an. Denn Angebotsoligopole reduzieren die Intensität des Wettbewerbs. Und damit die Anreize für die Anbieter, ihre Leistungen zu verbessern oder die Preise zu senken. Die sich stets verschlechternden Leistungen werden dabei von den Anbietern mit dem vermeintlichen staatlichen Sparzwang gerechtfertigt. Dass meiner Großmutter vor ein paar Jahren alltäglich eine (!) Scheibe Brot und eine Scheibe Wurst ODER Käse zum Abendessen gereicht wurde, wäre sicherlich zu verhindern gewesen,  wenn der Wasserkopf der Altenheimverwaltung oder der sie tragenden Anstalt kirchlichen Rechts ein wenig kleiner ausgefallen wäre.

Es gäbe wahrlich viel zu diskutieren, was die Rolle der Kirchen in Deutschland angeht. Dass die Bischöfe trotz Kirchensteuer vom Staat und nicht der Kirche bezahlt werden. Warum die Kirchensteuer überhaupt vom Staat eingezogen wird und warum es sie überhaupt gibt, wäre eine weitere Frage. Und ob Leistungen, die heute von kirchlichen Einrichtungen auf Staatskosten oder durch Krankenkassen und Pflegesicherungen erbracht werden, nicht regelmäßig ausgeschrieben wurden.

Doch wir haben die Rechnung ohne den öffentlich-rechtlichen Wirt gemacht. Demutsvoll kommt die ARD ihren Fernsehräten vorsorglich zur späten Stunde mit einer Reportage zu Hilfe, die den verräterischen Titel “Profit statt Patientenwahn” trägt. Die Message ist ganz einfach: Die privaten Krankenhauskonzerne beuten den Patienten und schlachten das Gesundheitssystem aus, um ihre Profite zu maximieren. Der Patient, so der O-Ton, mutiere zum Kollateralschaden der Profitmaximierung. Dass natürlich der Geschäftsführer eines kirchlichen Hauses auftritt, für den Geld “Mittel und nicht Zweck” sei auftritt, wundert da keinen.

Die Provinz-Popen-Posse von Limburg erweist sich da als hilfreich und der rheinische Bischof als nützlicher Idiot.