Als der Riesenökonom Helmut Schmidt als Bundeskanzler dem Keynesianismus frönte, behauptete er, 5% Arbeitslosigkeit seien ihm lieber als 5% Inflation. Und bekam beides. Unbelehrbar erweist sich die zukünftige FED-Präsidentin Janet Yellen, die im Gelddrucken ein Rezept für die Lösung aller Probleme sieht. Immerhin nahm sie das Wort Blase 2005 schon für den US-Häusermarkt in den Mund:

Dort fragt sie: „Wenn die Blase platzt, werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft außerordentlich hoch sein? Wird es der Fed unmöglich sein die Konsequenzen abzuschwächen?“ Ihre Antworten: nein und nein.

Und da irrte sie gewaltig.

Wächst die verfügbare Geldmenge schneller als die Wirtschaft, wird jede einzelne Geldeinheit weniger wert. Das nennt man gemeinhin Inflation. In der heutigen Welt fließt das Geld aber eben nicht nur in die reale Wirtschaft sondern auch in den Finanzsektor. Weil mehr Geld da ist,  als eigentlich benötigt, sinken die Zinsen und damit sinkt auch die Gewinnschwelle für Finanzmarkttransaktionen.

Weil man sich billig Geld leihen kann, kann man leicht mit geliehenen Geld spekulieren. Weil man für´s Geldleihen aber keine höheren Zinsen bekommt, investiert man in Sachwerte. Da reicht die Palette von der Immobilie bis zu Nahrungsmitteln. Um den Hebel zu erhöhen, werden Finanzprodukte erfunden, die den Spekulationsgrad erhöhen. Elektronische beschleunigen die Umlaufgeschwindigkeit zusätzlich.

Kein Wunder also, dass “die Finanzmärkte” Yellens Berufung bejubeln. Wie ein Dealer kennt sie gegen die Drogensucht nur ein Konzept: Die fortwährende Erhöhung der Dosis. Auch den Staaten kann ihr Konzept nur Recht sein. Ohne zu Sparen kann er so seine Schulden reduzieren.

Doch das Konzept funktioniert nach dem Gesetz des Märchens “Des Kaisers neue Kleider”, nämlich nur solange alle dran glauben. Die Empirie lehrt aber, dass die Krisen nicht immer kleiner sondern immer größer werden. Und die virtuelle Notenpresse muss immer schneller laufen, um immer mehr Scheingeld zu produzieren. Doch diese Strategie gleicht der Misesschen Interventionsspirale. Sie führt immer schneller und mit immer größeren Scheingeldmengen in´s Verderben.

Obama und Yellen sind vom Dach des Empire-State-Building gesprungen. Sie befinden sich auf halben Wege und sagen sich in bester rheinischen Tonart: “Et hat noch immer jut jejange.”