Erst Otto Sander dann Erich Loest. Zwei, die eine Lücke hinterlassen, die sie nicht ersetzen kann. Was man von den meisten deutschen Intellektuellen und Schauspielern nicht gerade sagen kann. Sander bin ich einmal begegnet. Spätmorgens stand er im ICE-Bistro irgendwo zwischen Berlin und Nirgendwo und trank political völlig unkorrekt ein Bier. Ruhig und Unprätentiös. Er ist mir stets nur durch seine Leistung aufgefallen erstmals in einer Nebenrolle im “Boot”.  Loest fiel durch politische Stellungnahme auf, für die er sieben Jahre ins Zuchthaus nach Bautzen wanderte. Für die Haltung, die Fränzi Augstein sonst so gerne einfordert, wurde er von der Szene am liebsten ignoriert.

Während die ganze Republik in Wallung gerät, wenn Leute wie Waffen SS Günter Grass husten, die die moralischen Maßstäbe nie erfüllen, die sie an andere anlegen, war Loest ein Vorbild, der seine Autorität seiner Konsequenz verdankte. Die hat ihn nun wohl in den Tod getrieben.