Winfried Wolf weiß Bescheid.  Der Sprecher der Initiative “Bürgerbahn statt Börsenbahn” weiß, warum im Stellwerk Mainz zu wenige Fahrdienstleiter vorhanden sind. Schuld ist die schnöde Profitgier der Deutschen Bahn AG und der Geschwindigkeitswahn des Hartmut Mehdorn, der die Deutsche Bahn AG zu Grunde gerichtet hätte. Stattdessen schlägt der Mann vor die Bahn als dezentrale “Anstalt öffentlichen Rechts” zu führen unter Beteiligungen der Länder, der Bürger und der Gewerkschaften. Als Beispiel führt er die Schweizerische Bundesbahn an, die weniger auf High Speed setzen würde und stattdessen auf die Erhöhung der Geschwindigkeit in der Fläche. Was die guten Morgen-Magazin Moderatoren verschweigen: der Mann ist Hardcore-Kommunist, der einst aus der PDS austrat, weil die nicht mehr “sozialistisch genug” war. So jemanden bietet der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine Plattform. 

Wer wie ich noch die gute alte Bundesbummelbahn mit Kurswagen und schmuddeligen Bahnhofskinos kennt, der weiß um den Erfolg der Bahn-Reform. Früher war nicht alles gut sondern alles schlecht und die Deutsche Bundesbahn, mit der nur die Leute fuhren, die sich kein Auto leisten konnten, produzierte bei zerfallender Infrastruktur horrende Milliardenverluste. Und damals war die MIlliarde noch was wert. Das nur am Rande.

Es geht ja darum, wie das öffentlich-rechtliche Gebührenfernsehen Ex-Troxisten und Splittergruppenmarxisten bereitwillig eine Bühne gibt, die sich unter schönen Titeln wie “Bürgerbahn statt Börsenbahn” gegen die Kapitalbeschaffung  auf dem Finanzmarkt polemisieren. Am Personalmangel auf dem Mainzer Bahnhof, wo die Hälfte der Fahrdienstleiter entweder krank oder im Urlaub sind, sei die Profitgier des Bundes. Mit einer Anstalt öffentlichen Rechts wäre das nicht passiert. Die Schweizer Bundesbahn lasse grüßen.

Dass hat in Deutschland schon mal nicht funktioniert, spielt aber keine Rolle. Warum lässt man so jemanden als Bahnexperten vor die Kamera, obwohl er allenfalls als Marxismus- und  Trotksismus-Experte taugt.  Sein Wikipedia-Eintrag lautet:

1974 schloss er das Studium mit Diplom ab. 1986 promovierte er zum Dr. phil. Er selbst definiert sich als ein „von Rosa Luxemburg beeinflusster Sozialist und an Leo Trotzki orientierterStalinismus-Kritiker“. Winfried Wolf war Mitglied der trotzkistischen Gruppe Internationale Marxisten (GIM) und der Vereinigten Sozialistischen Partei(VSP).

Wie gesagt: Er trat aus der PDS aus, weil die ihm nicht sozialistisch genung erschien. Dass so jemand die Rechtsform der Aktiengesellschaft per se für ein Übel hält und beim Wort “Gewinn” einen roten Kopf bekommt, ist wohl nicht wirklich überraschend. Dass ein solcher Linksradikaler rim deutschen Fernsehen auftreten darf, ohne dass sein politischer Hintergrund beleuchtet worden ist, macht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht unbedingt zum Hort des Qualitätsjournalismus, sondern zur Plattform für allerlei linke Propaganda, die den Glauben der Menschen an die Freiheit und die Marktwirtschaft unterminieren soll. Schließlich sitzen die deFacto unkündbar angestellten Redakteure mit Leuten wie Wolff in einem Boot. Je größer der staatliche Komplex, desto höher ihr Einfluss.