Uns gehts doch gut. Die Steuereinnahmen sprudeln, Vollbesschäftigung droht und Mutti Merkel will sich ihren Wahlsieg mit immer neuen Wohltaten erkaufen. Endlich ist Sommer und die Welt scheint in Ordnung. Nicht nur morgens um Sieben. Doch der Schein trügt. Jan Dams erinnert anlässlich der Loewe-Pleite daran, dass wir in Abhängigkeit der Emerging Markets von den Basisinnovationen des 19. Jahrhunderrts leben: Dem Maschinen- und Anlagenbau, der Chemie-Industrie (die wir schon zur Hälfte verjagt haben) und der Automobilindustrie, die allerdings mit maroden Wettbewerbern in Europa schon im ruinösen Preiskampf steht und sich nur aufgrund der durch die Gelddruckerei in Amerika dortiger Absatzerfolge erfreuen kann. Gleichzeitig geht die Politik einvernehmlich immer größere Verpflichtungen gegenüber den notleidendenen europäischen Nachbarn ein, die wir, unsere Kinder und Enkel nie erfüllen können. Der Schein des starken Manns Europas trügt. Und mich macht das langsam sprachlos.

In den Neunzigern wurden immer drei Beispiele bemüht: Der Computer, das Telefax und die MP3 Datei. Innovationen aus Deutschland, die hierzulande keinerlei Wertschöpfung entfalteten. Heute fabulieren wir von grünen Industrien und erneuerbaren Energien, die nur mit Milliardensubventionen mühsam am Leben gehalten werden können. Auch ein schönes Beispiel für das multiple Staatsversagen ist die Milliarde, die in “Elektromobiliät” gesteckt wird, eine Technologie, die im Automobil niemand brauchen kann, so lange es keine vernünftige Speichertechnologie gibt. Und gleichzeitig warnt der rot-grüne (hört hört) NRW-Wirtschaftsminister, dass dringend neue konventionelle  Kraftwerke gebaut werden.

Im Land ist ein Klima entstanden, das Leistungsträgern ihren Erfolg neidet. In dem davon fabuliert wird, dass die Reichen immer reicher werden (was nicht stimmt) und ständig von den Armen und den Notleidendenden berichtet wird, die das Geschehen auf der Couch vor dem UHDTV-Flatscreen verfolgen können, bevor sie mit dem Auto zu Aldi fahren.

Wirtschaftliche Dynamik ist keine Frage des Augenblicks. Fehlentwicklungen entstehen jahre- und jahrzehntelang.Und sind auch nicht über Nacht zu beseitigen. Deutschland ist mit seiner Selbstgefälligkeit auf einem schlechten Weg.