Unser Bundesgenscher Guido ergeht sich im Bedauern ob der Abwahl des demokratisch legitimierten Präsidenten Mursi. Ägypten den Ägyptern! Mag man da mit George Bernard Shaw (Cäsar und Cleoprata) vor soviel westlicher Selbstgefälligkeit denken. Denn Demokratie heisst nicht Diktatur der Mehrheit auf Zeit. 

Die Muslimbrüder haben ihren knappen Wahlsieg genutzt, um Minderheitenrechte zu mißachten und die individuelle Freiheit ihrer Staatsbürger einzuschränken. Das war einer großen Zahl von Ägyptern ein Dorn im Auge. Die demokratische Mehrheit legitimiert nicht die Diktatur über die Minderheit.

Und darum geht es im Kern. Ich kenne die Verhältnisse natürlich nicht so gut wie die Nahost-Experten Michael Lüders und Volker Perthes, die den Militärputsch kritisieren und dringend die Einbindung der Muslim-Brüder anmahnen. Und dabei die Tatsache übersehen, dass eine erkleckliche Anzahl von Staatsbürgern gegen die Einführung der Scharia auf die Strasse geht.

Natürlich hat das ägyptische Militär sein Eigeninteresse. Dem geht es darum, dass Mursi und seine Brüder deren Kreise nicht stören. Aber die Machtergreifung ist offensichtlich auch im Sinne des Volkes. Weil Minderheiten so geschützt werden.