Nein, liebe Journalisten vom Irish Independent, ich bin nicht „disgusted and offended“ ob der Gesangseinlage eines Managers der toxischen Anglo Irish Bank, der deutsches Geld für sein marodes Institut mit einem frohen „Deutschland, Deutschland über alles“ begrüßte. Schließlich hat der Mann nicht ganz Unrecht, unsere Politeliten haben oft genug betont, dass sie ein starkes europäisches Reich wollen, um sich einen globalen Platz an der Sonnen zu erkämpfen, koste es den deutschen Michel was es wolle. In Irland ziehen die mitgeschnittenen Telefonate der Nadelstreifennieten von Anglo Irish derweil weite Kreise. Der humorige Tonfall der Gespräche ist in erster Linie ihrem Boss David Drumm zu verdanken, der sich als wahre Stimmungskanone entpuppt. Mal zieht er sich den Kapitalbedarf, um den er den Steuerzahler anpumpt, „aus dem Arsch“, dann lässt er unter häufiger Verwendung des Wortes „fuck“ verlauten, dass sein Institut die Rettungsmilliarden zurückzahlen werden, „wenn wir sie haben, also nie“. Selten so gelacht.

Drumm ist eines dieser Würstchen, der wir die Finanzkrise verdanken. Einst war es die Aufgabe von Investmentbanken, Kapital und Unternehmer zusammenzubringen und so Fortschritt und Wohlstand zu mehren. Im staatsmonopolistischen Finanzkapitalismus sorgen Bankster dafür, dass machtgeilen Politikern nie das Geld ausgeht, und umgekehrt. Das ist die politische Ökonomie von spätsozialistischen Bananenrepubliken und hat mit freier Marktwirtschaft nichts zu tun. Ayn Rand stellte einst fest, dass es der Unternehmer ist der zahlen muss, wenn er einen Fehler macht. Macht ein Bürokrat einen Fehler, dann muss die Allgemeinheit zahlen. Heute sind diese Mechanismen im Bankensektor fast vollständig außer Kraft gesetzt, jetzt geht die Rechnung immer an den Steuerzahler. Staatliche Rettungsgarantien töten noch den letzten Unternehmergeist. Die enge Verfilzung von Finanzwelt und Politik ist schuld daran, dass Witzfiguren wie Drumm überhaupt Führungspostionen in Großbanken besetzen konnten. In einer Aufzeichnung freuen sich seine Manager über die bevorstehende Nationalisierung von Anglo Irish – dann wären sie endlich Beamte! Dabei sind sie das faktisch schon. Wer weiß, dass im Ernstfall die Staatskasse blecht, der kann so viele Risiken eingehen wie er will, oder eben am hellichten Tag eine Ladung Koks schnupfen und mit den Kollegen am Telefon blöde Witze reißen.

Wir brauchen dringend eine Entstaatlichung des Geldes und ein baldiges Ende des europäischen Rettungsunwesens. Nur so kann die Kretinokratie der Etatisten und ihrer Bankster nachhaltig beendet werden.