Gestern auf der spießigsten Einkaufsmeile Berlins, der Wilmersdorfer Strasse. Aufgrund zunehmenden Gewichtsverlust musst ich mir mal eine neue Hose leisten. Und schaute bei P+C, Esprit und Konsorten vorbei. Teuer oder passt nicht. Schließlich wage ich einen letzten Besuch bei Karstadt. Und denke, da finde ich sowieso nichts. Weit gefehlt. Aber selbst ist der Mann. 

Warum Karstadt pleite geht, entlarvt sich dem Betrachter recht leicht. 200 qm, zwei Verkäufer in der Herrenabteilung, sie ist mit dem Auszeichnen der Ware beschäftigt, er schnell verschwunden. Da muss man sich schon selbst helfen.

Dabei ist das Angebot gnadenlos billig. Chinos – wie ich sie will – für keine 40 Euro. Nur keiner mag sie mir verkaufen. Weil sie zu lang sind, finde ich den Weg zum Änderungsschneider selbst. Und die Verkäuferin zeigt mir zuguter letzt mitleidig den Weg zur Kasse – als ich mit der abgesteckten Hose unterwegs bin.

Zugegeben – meine vierzig Euro werden das Unternehmen nicht retten. Aber anders als der umschwärmte Nicolas Berggruen habe ich dem Unternehmen wenigstens frisches Kapital zugeführt. Kann man machen. Die Preise sind o.k. Das Angebot stimmt. Die Verkäufer kann man ja ignorieren.