Aktuell scheint grüne Shit-Storm-Saison zu sein. Nach Claudia Roth ist nun Cem Özdemir dran:

Cem Özdemir Rock

Also ob schwäbelnde Sozialpädagogen in Sachen Rock’n’Roll mehr credibility auf die Straße bringen als Juristen aus Großburgwedel. Für diese Fehleinschätzung muss sich Özdemir jetzt in mittlerweile über 400 Posts als typisch grüner Verbotsfetischist beschimpfen lassen, der konservativen Menschen vorschreiben möchte, welche Musik sie zu hören haben.

Diese Vorwürfe dokumentieren eher die Wut auf das politisch korrekte Oberlehrertum von Özdemirs Partei, als dass sie dem Kern der Sache gerecht werden. Wer sich nicht entblödet, Anno 2013 das Zerrbild vom konservativen Spießer aus der Mottenkiste zu holen, der Landserheftchen lesend Heinos Platten lauscht, während der Hirsch von der Wand röhrt, der hat sich seinen shit storm allerdings trotzdem redlich verdient. Özdemir weiß vermutlich gar nicht, dass Heino mittlerweile in Hipster-Kreisen zitierfähig ist, während der von ihm offenbar so geschätzte Rock der 70er und 80er längst im Morgenradiomainstream dudelt. Nur pseudo-jugendliche Polit-Apparatschiks und Oma Elfriede verbinden mit dem in Ehren ergrauten Bruce Springsteen Rebellentum und Outlaw-Attitüde. Genau das ist Özdemirs Problem. Die Grünen sind heute selbst ziemlich retro, und das nicht auf die coole Art.