Als Zirkus Krone der Sozialdezernentin von Darmstadt, Barbara Akdeniz (GRÜNE), 1.000 Freikarten für sozial Schwache zukommen ließ wusste diese sofort was zu tun ist. Sie schickte die Karten zurück mit ein paar Adressen sozialer Einrichtungen, an die der Zirkus die Karten doch bitte weiterleiten solle. Leider trödelte Frau Akdeniz ein bisschen, so dass die Karten zu spät ankamen, um noch verteilt zu werden. Auf die Nachfrage, warum sie die Karten nicht selbst an die von ihr vorgeschlagenen Einrichtungen geschickt hat ließ Akdeniz wissen, für so was habe sie nun wirklich „keine Zeit“.

Kritische Pressestimmen fragen jetzt, was genau die Zeit der Sozialdezernentin und ihres Mitarbeiterstabes so in Anspruch nahm, dass man sich nicht mehr dazu in der Lage sah, Sozialhilfeempfängern, Seniorengruppen und Asylbewerbern zu ein paar schönen Stunden im Zirkus zu verhelfen. Dabei hat Akdeniz alles richtig gemacht. Erstens sind freiwillige Spenden kapitalistischer Ausbeuter grundsätzlich suspekt. „Solidarität“ mit den Schwächsten der Gesellschaft darf es nur in erzwungener Form geben, also über Steuern und Abgaben. Wer freiwillig gibt suggeriert, dass es einer aufgeblähten Sozialbürokratie mit überbezahlten Apparatschiks an der Spitze vielleicht gar nicht bedarf. Ja, schlimmer noch, manch einer könnte auf den Gedanken kommen, dass mehr Geld für wahrhaft Bedürftige bliebe, wenn man die hauptamtlichen Elendsverwalter zum Teufel schicken würde. Solche Ideen gefährden das System und nähren die Konterrevolution. Darum keinen Fußbreit den Spendenfaschisten!

Zweitens: Es handelte sich um Zirkuskarten! Die grün-schwarze Koalition, die in Darmstadt regiert, möchte das „zur Schau stellen von Wildtieren“ aber am liebsten verbieten. Leider war da der Rechtsstaat davor. Aber wenigstens kann man denjenigen Menschen, die von staatlichen Leistungen abhängig sind, den Gang in den Zirkus verunmöglichen. Das dürfte der ökologisch korrekten Rathauskamarilla ein kleiner Trost dafür sein, dass wirtschaftlich unabhängige Bürgerinnen und Bürger selbst im grün-schwarzen Darmstadt einfach so in den Zirkus gehen dürfen, wenn sie das möchten.