Während sich ihre Kollegen als moderne Robin Hoods inszenieren machte Renate Künast letztens bei Maischberger klar, wo der Denkfehler der Fiskalexpansionisten liegt. Auf die Frage, warum es nach Ansicht der grünen Raubritter noch mehr Steuern braucht, obwohl die Finanzämter bereits mit Rekordeinnahmen rechnen, behauptete Künast allen Ernstes, unsere Infrastruktur läge darnieder und es gäbe kein Geld für Straßen und Schulen. Überall in Deutschland müssten bereits marode Brücken gesperrt werden, weil der Staat sich die Reparatur nicht leisten könne barmte die Spitzengrüne. Wenn es angesichts der Abermilliarden die man den Steuerzahlern unter Androhung von Gewalt jährlich abpresst nicht mehr für ein paar Bauarbeiten reicht, dann belegt das höchstens wie schlecht unsere Politiker mit Geld umgehen können anstatt zu erklären, warum wir ihnen noch mehr davon geben sollten.

Dabei sind weniger Steuern manchmal mehr, wie man in Monheim am Rhein herausgefunden hat. Das Stadt war eine typische nordrhein-westfälische Pleitekommune, wie es sich im Reich von Schuldenkönigin Hannelore Kraft gehört. Den Bürgermeister stellt dort allerdings eine Jugendpartei namens „Peto“ und der gerade mal siebenundzwanzigjährige Politikfrischling hatte eine verrückte Idee. Er senkte die Gewerbesteuer auf 300 Punkte, den niedrigste Wert in ganz NRW. Die Folgen dieses juvenilen Irrsinns: Die niedrigen Steuern haben Unternehmen angelockt und die Einnahmen sprudeln wie nie zuvor. Der ehemalige Sanierungsfall Monheim wird 2013 schuldenfrei sein. Den wohl verdienten Geldsegen wird man allerdings teilen müssen, denn wenn eine Kommune Überschüsse erwirtschaftet, dann wird die Abudanzumlage zugunsten all der anderen schlecht verwalteten kommunalen Pleitegeier fällig. So läuft es eben in Deutschland: Kaum holt einer durch Cleverness und Risikobereitschaft mehr herein als die dröge Masse, schon springt die Umverteilungsmafia hinterm Busch hervor und nimmt sich einen Batzen, um damit im Namen der sozialen Gerechtigkeit Misswirtschaft zu subventionieren. Robin Hood auf Etatistisch.