Derzeit jubeln die Börsenreporter, bei denen es sich selten um wirkliche Fachleute handelt. Gern gesehen sind adrette junge Damen, die im Stakkato in wenigen Minuten Kursveränderungen herunterbeten. Derzeit dürfen sie immer neue Höchststände vermelden. Der DAX hat einen historischen Höchststand erreicht, der bei genauem Hinsehen durch nicht gerechtfertigt ist. Zwar geht es der deutschen Wirtschaft dank den Chinesen und Indern besser als der in Frankreich, Italien oder Spanien. Der wahre Grund für den Kursrekord liegt jedoch in der Geldschwemme der europäischen Zentralbank. Und wer sich in diese Flut begibt, könnte darin umkommen. Oder zumindest viel Geld verlieren. 

Seit Alan Greenspan 1987 Gouverneur der Federal Reserve wurde, erhöhen die Zentralbanken immer wieder die Geldmenge, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sie meinen, das wäre unschädlich, solange die Verbraucherpreise nur moderat steigen. Tatsächlich ist diese Gelddruckmaschine aber die wahre Ursache für die Verwerfungen der Weltwirtschaft in den vergangenen rund 30 Jahren.

Der Finanzsektor hat gelernt, dass man mit dem Scheingeld scheinbar richtiges verdienen kann. Wenn die Politiker heute auf die Banker und Hedge-Fonds schimpfen, dann benehmen sie sich wie ein Dealer, der sich über die Toten Junkies auf dem Bahnhofsklo wundert, nachdem er ihnen eine Überdosis verkauft hat.

Wer Aktien hat, dem sei nur geraten, Gewinne auch mal zu realisieren.