Heute hat die FDP ihre Sozialdemokratisierung beschlossen. Das Appeasement ans sozialdemokratische Establishment ist mit dem absurden Mindestlohn-Beschluss vollständig vollzogen. Die Partei hat ihr Recht als liberales Korrektiv vollständig verwirkt. Da wirkt es geradezu rührend, wie Frank Schäffler und Holger Krahmer in der FAS die Vision einer liberalen FDP entwickeln. Dabei klafft schon jetzt eine Schlucht zwischen dem im Wahlkampf 2009 proklamierten Aufbruch und dem Zusammenbruch in den Koalitionsverhandlungen im Oktober gleichen Jahres, als man nicht mal die Eier hatte, das FInanzministerium zu übernehmen. Die Partei ist verloren. Selbst wenn sie ins nächste Parlament kommt. Und das liegt am Personal.

Da gefallen mir die alten Herren von der AfD schon besser. Als ich einmal mit einem solchen Geschäfte machte, sagte mir ein gutmeinender Freund: Alte Männer sind gefährlich. Sie haben nichts mehr zu verlieren. Sie werden die Prinzipien, die Rösler und Konsorten nicht mal haben, nicht verraten sondern zu ihnen stehen, weil sie nicht auf eine Regierungsbeteiligung setzen sondern auf bürgerliche Werte, auch wenn ich die nicht alle teile.

Fast unbemerkt ist die FDP mit und nach Möllemann zur stimmenmaximierenden Marketingmaschine geworden, die nicht die Idee der Freiheit sondern beliebige Inhalte vom Juden- und Israelhaß bis hin zu einem gerechten Steuersystem propagierte.

In der Regierung angekommen entpuppten sich die Marketing-Strategen als Menschen ohne Rückrat, die sich regelmässig von Mutti Merkel und dem ökosozialistischen Zeitgeist umbiegen lassen. Von verbiegen kann man nicht sprechen, denn das würde bedeuten, dass sie dem irgend einen Widerstand entgegengesetzt hätten.

Es tut einem leid um so stolze Recken wie Holger Krahmer und Frank Schäffler, die sich dem liberalen Bankrott so stolz entgegenstemmen. Aber die Mindestlohn-Debatte auf dem Parteitag und der Mitgliederentscheid hat gezeigt, dass Liberale in der FDP in der Minderheit sind. Der Aufwand, die Partei zu unterwandern, dürfte größer sein, als die AfD auf liberalen Kurs zu bringen.

DAs zu schreiben, fällt mir schwer. Denn auch ich war einmal Mitglied und hänge emotional an der Partei. Aber was Prof. Lucke über die CDU gesagt hat, gilt für mich synonym: Nicht ich habe die FDP, sondern die FDP hat mich verlassen.