Drei Wahnsinnige sind mit der Rückendeckung von ein paar widerlichen Rechtsradikalen zehn Jahre lang mordend und brandschatzend durchs Land gezogen und wurden dabei nicht erwischt. Auch weil sie sich geschickt verhalten haben. Eine Blamage für die deutschen Ermittlungsbehörden. Den Medienhype um den “NSU-Prozess” rechtfertigt das nicht. Denn bei diesen wiederlichen Menschen handelt es sich nicht um ein gesellschaftlich relevantes Phänomen sondern nur um gewöhnliche Arschlöcher. 

In Deutschland spielen Rechtsradikale politisch und gesellschaftlich keine Rolle. Und wenn sie irgendwo auftauchen ist gleich eine breite Koalition der restlichen Gesellschaft auf den Beinen, um sie in die Schranken zu weisen.

Dabei steht das Aufheben, das um diese Widerlinge gemacht wird im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Bedeutung. Zwar erklimmen NPD und Konsorten in manchem Landesparlament gelegentlich die Fünf-Prozent-Hürde. Es gelingt ihnen im Anschluss aber stets, ihre Irrelevanz unter Beweis zu stellen und sich gründlich zu blamieren.

Bei diesem Verfahren stellt sich obendrein die Frage, welche neuen Erkenntnisse gewonnen werden. Die Mörder sind tot und bei ihren Komplizen geht es allenfalls um den Grad der Mitschuld. Das Polizei-Versagen wird bereits in diversen Untersuchungsausschüssen untersucht und hat bisher nur erbracht, dass das Netz an bezahlten Rechtsradikalen vermutlich ohne die V-Mann-Gelder nicht existieren könnte. Hinzu kommt, dass  in den diversen Bundes-, Landes- und sonstigen Polizeidienststellen ordentlich geschlampt worden ist. Auch das ist nun hinlänglich öffentlich diskutiert worden.

Wer aber jetzt die Diskussion um die Pressetribüne im Gerichtssaal verfolgt, kann nur den Eindruck haben, dass die Journaille in Deutschland  mittlerweile völlig selbstreferentiell  agiert. Für ihrn Hype braucht sie nur den geringsten Anlass, um die Freiheit der Berichterstattung und den Rechtsstaat in Gefahr zu sehen.

Dabei übersehen die schreibenden und sprechenden Moralapostel, dass sie wie der Rechtsstaat geradezu dabei sind, die Opfer und ihre Angehörigen  zu diskriminieren. Viele von ihnen waren deutsche Staatsbürger, sie haben in Deutschland gelebt, gearbeitet, ihr eigenes Geschäft betrieben und Steuern bezahlt. Wie man sie jetzt als Ausländer abgrenzt, statt stolz und selbstbewusst auf den bewährten Rechtsstaat und sogar die deutsche Presse zu vertrauen, sagt viel aus über die Wirrungen der deutschen Befindlichkeit.