Wenn Katrin Göring-Eckardt nicht gerade Bücher über „Mutter Erde“ schreibt, dann fordert sie von ihren Mitmenschen eine “Kultur des Weniger” ein. Aktuell hat sie dabei geringfügig Beschäftigte im Visier, die ihrer Ansicht nach auf Einkünfte von über 100 Euro Steuern und Abgaben zahlen sollen. Zu viel Gier ist schließlich nicht gut, zumindest beim Bürger, deswegen ist weniger von wenig in diesem Fall mehr. Beim Staat sieht es natürlich anders aus, der braucht jeden Cent für seine maroden Sozialsysteme.

Die Ökosozialisten formulieren das natürlich ein bisschen anders. Ohne Minijobs wären viele „besser abgesichert und könnten wieder mehr Rentenansprüche aufbauen”. Und wenn eine Sache sicher ist, dann ist es bekanntlich die Rente. Allerdings sollen „haushaltsnahe Tätigkeiten“ von der Besteuerung ausgenommen werden, so dass die gut situierte grüne Klientel weiterhin jemanden beschäftigen kann der das Nullenergiehaus schrubbt, während er die Kleinen zum Kinderyoga fährt und sie mit den Freundinnen einen fair gehandelten Kaffee trinkt.

Göring-Eckardts Vorstoß trifft vor allem Studenten und Rentner, die sich etwas dazu verdienen wollen, aber auch Menschen, die ohne ihren Minijob die Korridore der Arbeitsagenturen bevölkern würden. Sozial oder gerecht kann man das wohl kaum nennen. Daran ändert auch das vorgeschobene Argument, dass geringfügige Beschäftigung nicht immer in den ersten Arbeitsmarkt führt nichts, denn da wollen viele, die ihren Minijob als temporären Zuverdienst sehen, auch gar nicht hin. Natürlich ist trotzdem davon auszugehen, dass Verzichtspredigerin Göring-Eckardt es gut meint. Vermutlich macht es der grünen Vorzeigefrau einfach Sorgen, dass Minijobber zu denjenigen gehören, die Dank des urgrünen Projekts Atomausstieg mit einer viel zu hohen Stromrechnung kämpfen. Also soll das Problem nach Etatisten Logik gelöst werden, und die geht so: Wenn Minijobs erst einmal verboten sind, dann werden alle geringfügig Beschäftigten natürlich sofort in bestens bezahlte Festanstellungen übernommen und begleichen ihre Energiekosten fürderhin aus der Portokasse. Oder, im unwahrscheinlichen Fall, dass die liberalen Miesmacher recht haben und die Minijobber beim Sozialamt landen, der Staat zahlt den Strom.

Dass es Menschen gibt, die lieber für wenig Geld arbeiten gehen als nach dem Motto „Hartz IV und der Tag gehört Dir“ zu verfahren, stört nur den Etatisten-Betrieb. Sozialhilfeempfänger haben den unschätzbaren Vorteil, dass sie völlig dem Kuratel der Zwangsbeglücker unterworfen sind, Widerstand ist zwecklos. Für Totalitärbürokraten linker Prägung sind sie somit die idealen Bürger. Trotz allem ist Göring-Eckards Vorstoß zu begrüßen: Weniger Minijobs bedeutet mehr Schwarzarbeit, also mehr freie Marktwirtschaft und weniger Steuereinnahmen. Es ist in unsere aller Interesse, wenn fleißige Menschen ihr hart verdientes Geld behalten dürfen und der nimmersatte Leviathan in die Röhre schaut, denn mit Geldern die er nicht hat kann er wenigstens keinen Unfug anstellen.