„Clowns“ machte Peer Steinbrück letzte Woche in Italien aus. Da muss man ihm scharf widersprechen, denn das war noch viel zu höflich. Er meinte damit einen korrupten Hallodri, der zwar keinerlei politischen Überzeugungen aber dafür eine unerschöpfliche Intrigantenpotenz besitzt, und einen faschistoiden Verschwörungstheoretiker mit Israelknacks. Diese beiden Witzfiguren haben vom italienischen Wähler zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen für ihre Parteien erhalten. Nun ist Bella Italia leider kein randständiger Olivenhain, sondern die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Die mannigfaltigen Gebrechen der ehemaligen deutschen Sehnsuchtsnation sind typisch für Etatismus im Endstadium: Unflexible Arbeitsmärkte, übergewichtige Bürokratien und ein unternehmerfeindliches Klima. Mit einem Wort viel Staat, wenig Markt, ideale Bedingungen also für faule Beamte und korrupte Politiker. Und so soll das auch noch lange bleiben wenn es nach dem Willen der italienischen Wähler geht. Bezahlen kann und will man das mafiöse Schmarotzerstaatswesen aber nicht mehr selbst. Da kommt es gelegen, dass Landsmann Mario Draghi hartnäckig im Namen der „Solidarität“ die Schuldenunion anstrebt und dabei die Crème de la Crème der Eurokraten hinter sich weiß. In der katholischen Akademie in München predigte der ehemalige Jesuitenschüler vergangenen Mittwoch in diesem Sinne christliche Werte:

Wenn wir sehen, dass andere in Not sind, so gebietet uns die Nächstenliebe, ihnen zu helfen. Alles zu tun, was in unserer Macht steht, um gegen ihr Not und Elend anzugehen. Sollte dieser Grundsatz nicht auch im Euro-Währungsgebiet gelten? Sollten die Länder jenen helfen, die in Schwierigkeiten sind?

(…)

Anders gesagt: Wir sollten danach streben, in Europa eine starke und tiefgreifende wirtschaftliche wie auch politische Union zu schaffen; zum Wohle aller Mitglieder des Euroraums.

Für die Steuerzahler der nördlichen Eurozone heißt das frei nach Dante: Lasst alle Hoffnung fahren. Wenn Solidarität die Zärtlichkeit der Völker ist, dann ist die Schuldenunion sexuelle Nötigung.  Da kann man nur noch mit Goethe antworten: Leck mich am Arsch!