Die Kritiker im Qualitätsjournalismus sind ziemlich unsicher, wie sie auf Stefan Raabs Polit-Talk reagieren sollen. Dabei wird der Sieg der FDP-Politker Kubicki und Teuteberg schön totgeschwiegen. Der Problem-Peer schickt lieber gar keine Quotenfrau. 

Trotz monierten Quoteneinbruch sollen über 800.000 Menschen zur nächtlichen Stunde dem Pro-Sieben-PR-Gag zugeschaut, davon 600.000 aus der werberelevanten Zielgruppe zwischen 19 und 49. Insgesamt immerhin 10% Quote. Was heißt, dass in Deutschland um diese Tageszeit noch 8 Millionen vor der Glotze hängen sollen. Wahrscheinlich handelt es sich um die vielen Nachtarbeiter.

Und das, obwohl ARD-Günni Jauch dagegen quotenwirksam PR für den neuen Kampusch-Film programmiert hatte – ohne jeden aktuellen Anlass, was uns förmlich den Schweiß spüren lässt, der den ARD-Oberen ob der Raabschen Polit-Aktivitäten auf der Stirn steht.

 

Dass Liberale zum zweiten Mal bei einem Voting gewonnen haben, bei dem man sogar 50 Cent pro Anruf bezahlt, wäre ein neues Modell für die Parteienfinanzierung. Selbst wenn die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wurde, um den Jack-Pot zu knacken. Der lässt mit 300.000 Euronen nun mittlerweile sogar die Steinbrückschen Honorare arm aussehen und könnte jetzt endlich auch mal ein paar Polit-Promis ins Kölner Studio locken. Wie wärs mit Lindner, Rösler oder Brüderle?