Spiegel Online Kulturmann Andreas Borcholte schreibt über den neuesten Teil der Stirb-Langsam-Reihe und man glaubt auf dem Bildschirm die Flecken seiner Tränen zu sehen. Der gelernte Soziologe kann mit dem Action-Streifen nämlich so gar nichts anfangen. Und da die qualitativ gewohnt hochwertige Belegschaft von SPON im Zweifel links ist, misfällt es ihm doch sehr, dass die Schurken Russen sind und John McClane sie ohne jeden kritischen Dialog beseitigt.

Bleibt nur eine Frage: Was hat Borcholte von “Stirb Langsam 5” erwartet? Sozialkritische Analysen der Wechselwirkung zwischen Kapital und Arbeit? John McClane als Umweltpolizist, der sich mit durchtriebenen Geschäftemachern anlegt, die einen neuen Bahnhof errichten wollen? Zumindest irgendwas mit Waffenlobbyisten oder Finanzjongleuren, die natürlich aus westlichen, weißen Männern bestehen.

McClane verkörpert alles, was die Schickimicki-Linken des 21. Jahrhunderts verachten: Er ist männlich, weiß, kann mit groß- und kleinkalibrigen Waffen umgehen, kommt aus Amerika und hält nicht viel von Verhandlungen mit Kriminellen. Auf der Leinwand hat McClane damit Erfolg, dass er es nun auch noch schafft, einen schöngeistigen Soziologen einer linken Internetseite zum Heulen zu bringen, macht ihn gleich noch ein Stück sympathischer.

PS: Unter dem Artikel ist zu sehen, dass die Leser von Borcholtes Kritik etwas klüger sind als der Autor.