Der Liberalismus ist großenteils aus der FDP ausgewandert: Ein ernst zu nehmender Wirtschaftsliberalismus findet sich eher in Teilen der Union. Und das libertäre Freiheitsgefühl eines neuen Bürgertums auf Vollkorn- und Solarbasis wird von den Grünen gut bedient. Der Liberalismus ist heute, verschieden gefärbt, in allen Parteien irgendwie vertreten, als Erbschaft der Aufklärung. Er geht also nicht unter, wenn es die FDP nicht mehr gibt. Aber schade wäre das doch. Gewiss, die FDP ist keine schöpferische Kraft mehr. Solange es sie noch gibt, besteht aber die kleine Chance, dass sie wieder eine wird. Dann müssten die Bürgerrechte nicht anderswo um Asyl bitten.

so absurd tritt die Edelfeder Prantl gegen die auf die am Boden liegende FDP nach wie ein gemeiner U-Bahn-Schläger sein wehrloses Opfer, das sich schon auf dem Bahnsteig krümmt.

Über den desaströsen Zustand der FDP besteht kein Zweifel. Ein letztlich abschließender Kommentar findet sich auf diesem Blog bereits anlässlich des Programmparteitags ohne Programm im Mai  unter dem Titel “Der organisierte Liberalismus leidet unter der geisteigen Armut seiner politischen Vertreter.”

Aber selbst diese angepasst-duckmäuserische FDP treibt Prantl und seinesgleichen im Medien-Mainstream offensichtlich den Schauder auf sein nicht vorhandenes Rückrat. Seit der “Wende”, als die vereinte vom Spiegel angeführte Presse versuchte, diese Kleinpartei zu vernichten, bleiben alle diese Versuche erfolglos. Selbst diese FDP bleibt Prantls Trauma, der um die Existenz der Sozialdemokraten, dem Öko-Sozial-Industriellem Komplex und den Scheinlibertären Vollkorn-Bürger und ihrer Subventionsmodelle fürchtet.

Prantls Angst um den Nanny-Staat ist kein Reflex sondern eine Psychose. Das stimmt hoffnungsfroh. Denn die ökonomische Gefährdung des deutschen Qualitätsjournalismus resultiert aus jener Beschränktheit und mangelnden intellektuellen Brillianz. Auch in den Printmedien und ihren virtuellen Ablegern wabert ein konturlos-grün-schleimiger Einheitsbrei, der Sachkenntnis und intellektuelle Brillianz vollständig vermissen lässt. Und deshalb mangels Exklusivität keinem Kunden einen Heller wert ist. Das sieht man schließlich bei Schönenborn und Konsorten auch nicht anders. So geht dem Mainstream die finanzielle Grundlage verloren, bis er um des lieben Friedens auch noch an der Haushaltsabgabe beteiligt wird.