Durch Spekulation wird Risiko auf mehrere Schultern verteilt. Nur so wird es kalkulierbar. Dafür verlangt er einen Preis. So einfach ist das. Ohne Spekulation würden Unternehmen erhebliche Risiken übernehmen, die etwa durch Rohstoffpreise und Währungsschwankungen entstehen. 

Automobilunternehmen können durch die Absicherung von Währungsschwankungen ihren Absatz kalkulieren. Fluggesellschaften für einen bestimmten Zeitraum mit einem festen Kerosinpreis kalkulieren. Das sind die gängigsten Beispiele.

Aber gerade für Nahrungsmittelpreise ist Spekulation entscheidend. Denn auch hier kann der Produzent bereits vor Produktionsbeginn seine Produktion verkaufen. So hat er genug Kapital für das Saatgut und die erforderliche Liquidität, um bei der Bearbeitung z.B. Traktoren  und deren Betriebsstoffe finanzieren. Muss er etwa sein Getreide über weite Strecken transportieren, so weiß er vorher, dass sich der Transport lohnt.

Das führte bereits im 1898 zur Gründung der ersten Warenterminbörse in  Chicago.  Die ehemalige Weltbank-Mitarbeiterin Eleni Gabre-Madhin übertrug diese Idee auf Äthiopien. Seit 2008 existiert der Ethiopia Commodity Exchange.  So entsteht Wohlstand bei den Produzenten.  Und keine Hungersnöte. Der TED-Beitrag von Gabre-Madhin steht hier.