Am Anfang steht ein Cowgirl im Schnee und ätzt gegen Amerika. So beginnt  auf 3Sat ein „Bericht“ über die Philosophin Ayn Rand. Was dann folgt ist eine krude Mischung aus unverhohlenem Hass, unbeholfener Propaganda und ganz viel Ahnungslosigkeit.

Ihr Roman Altas Shrugged ist „das hohe Lied eines hemmungslosen Kapitalismus“ und eine „Kriegserklärung an die Prinzipien sozialen Zusammenlebens“. Ayn Rands Philosophie ist „genauso totalitär wie der Kommunismus, nur umgekehrt“, außerdem war sie die Führerin einer „kalten kapitalistischen Sekte“  und zudem Schuld an der Finanzkrise, da Alan Greenspan und die Tea Party (!) diese mit verantwortet hätten und sich auf Rand berufen würden. Darüberhinaus sei die gesamte republikanische Partei Rand in tiefer Heiligenverehrung zugetan.

Man muss schon die IQ eines Che-Guevara-Posters haben, um in knapp sieben Minuten so viel Dummfug zu verzapfen. Rand ist keineswegs eine Ikone der Republikaner, die Dame war schließlich Atheistin, Befürworterin der Abtreibung und der Meinung, dass Homosexualität zwar „unmoralisch“ wäre, den Staat aber nichts anginge – zu einer Zeit als homosexuelle Handlungen noch strafbar waren. Und wenn Alan Greenspan Rands Ideen nicht verraten hätte, dann würden wir heute vielleicht nicht so tief in der Schulden-Patsche sitzen. Natürlich geht es in Altas Shrugged auch nicht darum, dass Chaos und Zerstörung ausbrechen, wenn „Wirtschaftsbosse“ und „Milliardäre“ verschwinden, weil der Staat sie daran hindert „noch reicher“ zu werden. Rand hatte einfach gefragt, was passiert, wenn staatliche Regulierungswut Unternehmertum zunehmend verunmöglicht. Rands Philosophie stellt das Individuum über das Kollektiv und bevorzugt eine Gesellschaft, in der Menschen freiwillig interagieren, anstatt in staatlichen Zwangsstrukturen im Namen eines angeblichen Gemeinwohls ausgebeutet zu werden.  Dass derart ketzerische Überlegungen den Zorn der zwangsgebührenfinanzierten Medienfunktionäre vom Staatsfunk erwecken ist so gesehen natürlich nicht überraschend.