“Das Friedensnobelpreiskomitee hat sich ja schon manches mal geirrt” sagte der Bundesfinanzminister. Der hieß damals allerdings noch Stoltenberg und bezog diese Feststellung in einem Debattenbeitrag im Bundestag auf den Preisträger Willy Brandt. Schaut man auf die Liste der Preisträger, so kann man zumindest bei Barack Obama oder den Ärzten gegen den Atomkrieg  vermuten, dass Stoltenberg nicht ganz unrecht hatte. Nun also die EU. 

Es mag einen Preis wert sein, wenn eine Gemeinschaft 60 Jahre lang für Frieden auf einem Kontinent sorgt, der die Jahrhunderte davor stets als Schauplatz für Großmannsucht und Kabbeleien unter adeligen Cousins diente und der Hunderttausende zu Opfer fielen. Es ist auch bemerkenswert, dass Deutschland und Frankreich so zueinander gefunden haben und die Volkswirtschaften beider Länder eng verwoben sind.

Die Europäische Union hat diese Verflechtung durch Regelsetzung unterstützt. Geschaffen haben sie andere. Die Deutschen und die Franzosen, die Englander, Griechen und Portugiesen, die dies nicht aus europäischem Patriotismus taten und tun, sondern ausschließlich zum eigenen Vorteil.

Europa hat alle Chancen dieser Welt. Solange es zurück kehrt zu einer Wertegemeinschaft, die die Freiheit des Einzelnen in den Vordergrund stellt und die Freizügigkeit der Bürger und die Diskriminierungsfreiheit sicher stellt. Soviel Europa ist genug.

Tatsächlich befindet sich die EU aber in einer Sackgasse. Sie verachtet das Subsidaritätsprinzip. Sie bricht Regeln und Verträge. Sie hört langsam auf,  für die Europäer von Vorteil zu sein. Und dann geht sie unter.

Die EU kann nur noch eine Wende vollziehen, wenn sie den Frieden auf dem Kontinent erhalten will. Zurück zu den Ursprüngen und zurück zum Föderalismus.