FdoG-Leser wissen mehr. Schon im gehackten FDOG-Blog habe ich die wirtschaftlichen Probleme des Iran analysiert: Es handelt sich um eine Zentralverwaltungswirtschaft, in der die Betriebe nicht vermeintlich dem Volk sondern tatsächlich den Betriebskampfgruppen (div. Milizen) gehören.  Weil die aber die Gewinne in die eigene Bewaffnung stecken statt zu reinvestieren, implodiert die Volkswirtschaft

Besonders dramatisch ist die Tatsache, dass der Iran weniger Öl raffinieren kann, als er braucht. Er muss also Rohöl exportieren und dafür   Benzin, Diesel und Heizöl exportieren. Dessen Preis wird wiederum subventioniert, damit sich die Bevölkerung diese Energie überhaupt leisten kann. Gleiches geschah bis vor kurzem auch mit Brot und anderen Lebensmitteln: Anders gesagt: Das Regime hat die Friedhofsruhe erkauft.

Die Atombombe ist deshalb so etwas wie die V2 der Mullahs. Eine Wunderwaffe, die das Regime retten soll. Nun kommt sie wohl hoffentlich zu spät, weil aufgrund der galoppierenden Inflation die Planwirtschaft vor Fertigstellung zusammen bricht.

Dass der Iran seine Atomwirtschaft nicht wegen der Energiegewinnung betreibt, ist offensichtlich: Hätte man stattdessen großflächig in Raffinerien investiert und so mehr als den Eigenbedarf herstellen können, hätte sich das Regime vermutlich noch ein paar Jahre an der Macht gehalten. Schließlich hätte der Westen den Verbrechern bei Aufgabe des Atomprogramms die passenden Teile im Zweifelsfall geschenkt.

Zugegeben, ich habe mit dem Zusammenbruch schon 2008 gerechnet. Der Grund für meinen Irrtum ist leicht zu erklären. Ich war davon ausgegangen, dass der Iran Panzer und Armee gegen die grüne Revolution einsetzten. Doch die Schläger und Mörder kamen auf billigen Japanischen Enduros und sie ermordeten die Demonstranten einfach mit Gewehren, statt wie die dagegen schon fast humanen Sowjets auf die Abschreckung des schweren Geräts zu setzen.

Nun wenden sich die Bazaaris gegen das Regime, weil sie um ihren Wohlstand fürchten und die Hisbollah kann auch nicht so einfach durch Syrien marschieren, um zur Hilfe zu eilen. Assad hat auch gerade andere Probleme. Das stimmt hoffnungsfroh.

Wenn wir nun die Sanktionen für den Zusammenbruch verantwortlich machen, überschätzen wir deren Wirkung bei weitem. Vielleicht waren sie der letzte Tropfen, der das Fass  zum  überlaufen brachte. Aber das Fass war schon aus anderen Gründen voll.