In einem mit “Anti-Islam-Film, eine kaum zu ertragende Billigproduktion” überschriebenen und mit  “jay” unterschriebenem Artikel nimmt sich die Welt auf ihrer Internetseite der Frage an, wer denn nun eigentlich für den Mord an Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter verantwortlich ist. Die Frage scheint aber bereits mit der Überschrift geklärt zu sein – ein obskurer Film hat den amerikanischen Botschafter in Libyen offenbar ermordet.

“Die Produktion ist billig, die miserablen Darsteller agieren vor einem computergenerierten Hintergrund.

Der Ton ist schlecht, mal mit leichtem Hall, mal dumpf. Aber die islamfeindliche Botschaft von “Innocence of Muslims”(Die Unschuld der Muslime) ist klar: Mohammed war ein sexgieriger Mörder, der Koran ein künstliches Konstrukt aus Thora und Neuem Testament, der Islam eine verkommene Religion.

Der Film soll in Gänze zwei Stunden lang sein, aber selbst die viertelstündige Vorschau auf YouTube ist kaum zu ertragen. Mohammed wird darin als uneheliches Kind beschrieben, das als Sklave aufwuchs.”

Ja aber hallo! Was sollen die braven Bürger von Ägypten und Libyen denn auch tun, wenn jemand ein solches Machwerk produziert? Mohammed als Mörder und seine Religion als synkretistisch zu bezeichnen und diese Behauptung noch in schlechter Qualität zu präsentieren, ist natürlich ein guter Grund, Morde zu begehen.

Natürlich hätten die gekränkten Gläubigen auch einen anderen Weg gehen können. Zum Beispiel hätten sie auch einen Film produzieren und bei Youtube hochladen können. Oder sie hätten eine friedliche Demonstration organisieren können. Oder sie hätten sich bei Youtube beschweren können. Aber nein, die Moslems können in der Vorstellungswelt der Welt nur zur Knarre greifen und Blut vergießen.

Auf Spiegel Online fragt derweil Propaganda-Pitzke “Wer steckt hinter dem Mohammed-Film?“, obwohl die Antwort völlig irrelevant ist und die Frage lauten sollte: “Wer gab den Mord an Chris Stevens in Auftrag?”.

Solange sich die westlichen Medien (und Politiker) reflexhaft auf die Argumentation einiger Schwachsinniger und des von ihnen aufgepeitschten Mobs einlassen, werden solche Vorfälle immer wieder und vor allem immer häufiger stattfinden. Jede Form des Einlenkens, seien es Erklärungen oder Entschuldigungen, werden von den Auftraggebern der Angriffe auf amerikanische oder westliche Einrichtungen als Schwäche ausgelegt.