Wie schäbig ist dass denn. Die gelernte PR-Fachkraft lässt den perspektivlosen Präsidenten a.D. daheim im Großburgwedeler Klinker-Bau. Sie zieht nicht aus, um ihn zu rächen, sondern um ihren Ruhm und ihr Konto zu mehren. Wenigstens zog sie sich nicht aus. Da wäre mir die Pretty-Woman Variante lieber gewesen. Eine Domina ist nix dagegen. Die wird für das Zufügen von Schmerzen wenigstens bezahlt. Und verdient ihr Geld ehrlich.

Das hat er nicht verdient. Der Schwiegersohn der Nation hatte Frau und Kind im provinziellen Osnabrück zurück gelassen, um mit der mondänden Frau Körner (so hieß sie doch) in der Hauptstadt Hannover (hört hört) ein neues Leben zu beginnen, obwohl das Dasein nebst ihres Sohnes und trotz ihres Gehaltes als PR-Referentin nahe der Armutsgrenze notierte. Doch für höhere politische Weihen oder wenigstens das jahrzehntelange Dasein als Landesmutter lohnte sich der Preis und der einst so bodenständige Fast-Westfale wurde leichtfüssig. Eine ausreichend lange Zeit hinter dem Panzerglas der schweren Limousine filtern offensichtlich die Schwingungen weg, die man braucht, um einen Günstling von einem Freund zu unterscheiden und zerstört den Instinkt, welche Gefälligkeit von der Öffentlichkeit gerade noch akzeptiert hat.

Der Mann ist bestraft genug. Er hat seine Berufung verloren. Nun ist er geschlagen von einer Frau, die ganz ähnlich denkt wie diejenigen, die in dem Gewerbe arbeitet, dass man ihr zu Unrecht nachsagt. Sie will immer nur sein und das Beste: Geld.

Trotzdem ist die Tatsache, dass der nette Mittfünfziger, der immerhin gegen die EURO-Krise wetterte und in Israel die richtigen Worte fand, überhaupt Präsident werden konnte, eine Bankrotterklärung für das politische System und seine Inkarnation: Angela Merkel