Zum dritten Mal in 100 Jahren haben die Deutschen kapituliert. Diesmal schuldlos. Heute haben Angela Merkel und gestern Wolfgang Schäuble erklärt, die Staatsfinanzierung mit der Notenpresse der EZB sei rechtens. Die Kapitulation ist vollständig und bedingungslos. Denn für jede angekaufte griechische, portugiesische, italienische und bald auch französische Staatsanleihe leistet der Deutsche am Ende Reparationsleistungen in Höhe von theoretisch 27%, praktisch aber nahe 100, weil uns zuletzt auch noch die Franzosen auf die Füsse fallen werden. Dann ist die Rache für das Wirtschaftswunder perfekt. 

Ich wiederhole mich ungern, aber diese Kapitulation liegt schon mehr als 2 Jahre zurück. Als in jener Nacht der französische Präsident Sarkozy mit dem Austritt aus dem EURO drohte, hätte Merkel sich an Herbert Wehner ein Beispiel nehmen. Als seinerzeit der politische Gegner den Plenarsaal verließ, bluffte der nur: “Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen.” Doch Kohls Mädchen ließ sich erpressen. Seitdem hat der deutsche Steuerzahler Acht Billionen Euro an der Backe.

Dabei können wir uns die eigenen Schulden schon nicht mehr leisten. Das sind immerhin zwei Billionen. Offiziell. Rechnet man die ganzen ungedeckten Schecks dazu, die von Adenauer bis von der Leyen ausgestellt wurden, vervielfacht sich der Betrag.

Der sozialliberale Chefredakteur Christoph Schwennicke vom Cicero entlarvt bei seinem Ex-Arbeitgeber, dem Spiegel die dilettantische Personalpolitik der uneisernen Kanzlerin, mit der die aufgrund ihres prinzipienlosen Zick-Zack-Kurs deutsche Entscheider wirkungsvoll aus Führungspositionen verdrängte, um schließlich mit dem Ex-Goldman-Sachs Mann Draghi an den Steuerknüppel der EZB zu katapultieren. Die ist ohnehin eine Fehlkonstruktion. Bei einer Insolvenz bestimmt der Gläubiger-Ausschuss, was der Verwalter tun darf: Hier ist es umgekehrt. Die Schuldner sind in der Mehrheit und bestimmen nunmehr hemmungslos, was ihnen verboten ist: Wieviel die Gläubiger ihnen zu welchem Kurs zu leihen haben.