Der Deutschlandfunk-Reporter konnte gerade noch an sich halten. Ausgerechnet in der “Westbank” betrieben jüdische Siedler ein Anti-Terror-Camp, wo selbst fünfjährigen Mädchen Schiessunterricht erteilt wird. Was in den “besetzten Gebieten” unter Selbstverteidigung firmiert, dürfte doch hier wohl fehl am Platz sein: Es handelte sich zwar um Juden, aber um amerikanische Touristen, die sich von israelischen Ex-Soldaten unterweisen lassen. 

Die Reportage berichtete fast sachlich über die Einrichtung und vermied jede Anzüglichkeit, bis auf die bescheidene Tatsache, dass man sich ausschließlich darauf beschränkte, Minderjährige zu befragen. Ein Zwölfjähriger will sich zuhause in New York gegen Einbrecher wehren, einem anderen Jungen hat das Schießen einfach nur Spaß gemacht. Und das obwohl neben ein paar Zielscheiben auch Fotos von palästinensischen Terroristen (immerhin ist nicht von Widerstandskämpfern die Rede) dem Schießtraining dienen.

Ich habe noch nicht untersucht, mit welchem Alter die deutschen Sportschützen ihren Nachwuchs rekrutieren. Und bei denen geht es wohl weniger um schlichte Selbstverteidigung. Und ich kann mich auch nicht erinnern, ob die “Schülerprinzen” bei jedem niederrheinischen Schützenfest den Vogel abgeschossen haben. Ich vermute allerdings schon.

Wenn der Pöbel, der unlängst einen Rabbiner vor den Augen von dessen Tochter niedergeschlagen hatte, damit rechnen müsste, auch hierzulande unter einer Kippa ein wohltrainiertes Mitglied der IDF zu finden, würden die Übergriffe sicherlich weniger werden. Ich plädiere dafür, jedem Kippa-Träger einen Waffenschein anzudienen und das Tragen einer Waffe im öffentlichen Raum zu gestatten. Wenn das im öffentlichen Raum bekannt ist, werden sich die Dinge ändern.