Gott sei Dank zum letzten Mal schaue ich dieses Jahr angstvoll auf die Liste der Pädagogen genannten Fachkräfte, die meine Tochter “unterrichten”. Wir scheinen mit einem blauen Auge davon zu kommen, auch wenn es bei dem Leistungskurslehrer grundsätzlich keine 14 Punkte gibt, weil er seine Schüler “motivieren” will. Die Lehrerin in einem künstlerischen Fach, mit der sich der ganze Grundkurs zerstritten hat, bleibt uns erhalten. Und der Tochter als “Rädelsführerin” wird sie es heimzahlen, in schlechten Noten.  Wir brauchen keine Bildungsreformen, wir brauchen nicht “mehr Geld für Bildung”. Wir brauchen einfach nur mehr gute Lehrer.

Die Telekom-Stiftung (dass dieses Unternehmen auch mal was sinnvolles tut) hat geprüft, ob die Universitäten die Lehramtskandidaten im studentischen Zustand auf die Eignung für den Beruf überprüfen. Um es kurz zu machen: Natürlich meistens nicht. Und auch von den Studenten ist nach wie vor bekannt, dass sie “auf Lehramt” studieren, weil ihnen nichts anderes einfiel oder für Jura oder BWL der Numerus Clausus an der Heimat-Universität zu hoch war.

Leute, die aus Überzeugung Lehrer werden, sind in der Minderheit. Und dafür macht man natürlich das schlechte Image der Pädagogen verantwortlich. Doch andersrum wird ein Schuh draus. Weil Schulpflicht besteht und die Schüler als Verwaltungsmasse und nicht als Kunden begriffen werden, ist der Unterricht schlecht.

Und die zunehmenden Komponenten der Benotung, die der subjektiven Bewertung der Lehrer ausgesetzt sind, wie etwa die “mündliche Beteiligung”, die bestenfalls mit selektiver Wahrnehmung und schlimmstenfalls mit reiner Willkür bewertet werden. Beispiele kenne ich genug.

Wir brauchen also einen Eignungstest für Pädagogen, bevor sie studieren. Und keine zweigeteilte Ausbildung (universitär und Referendariat) sondern eine modulare Methode, bei der die angehenden Lehrer schon in den ersten Semestern in Kontakt mit der Realität geraten.

Natürlich gibt es auch gute Lehrer. Und ja, auch Lehrer sind Menschen. Aber neben dem fehlenden Eignungstest fehlt an staatlichen Schulen vor allen Dingen eins: Die Möglichkeit, Lehrer zu feuern. Am besten wäre es, wenn Lehrer-Arbeitsverträge grundsätzlich auf fünf Jahre begrenzt würden.