Die Verlogenheit in der Debatte um das NPD-Verbot lässt sich kaum noch steigern. Die Organisation ist vermutlich einst durch die Honorare der V-Leute von der unausweichlichen Pleite gerettet worden. Gleichzeitig bleibt offenbar, dass diese Partei eine Randerscheinung im Osten bleibt, die es in Sachsen, MeckPomm und gelegentlich auch noch in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg in die Landtage geschaftt hat. Zulauf ist nicht festzustellen und in der öffentlichen Debatte spielt sie keine Rolle. Nicht mal ignorieren wäre besser als durch aktionistisches Gutmenschentum Märtyrer zu kreieren und Aufmerksamkeit zu schaffen. 

Gleichzeitig gelingt es den bewaffneten Organen nicht, den Kampf gegen den Faschismus erfolgreich zu führen. Die jahrelange Mordserie ist Ausdruck des Versagens von Polizei und Geheimdiensten. Mit der NPD haben sie nichts zu tun.

Wenn man den ganzen Verein verbietet, hat man damit auch den Mitgliedern die Gesinnung genommen. Wohl kaum. Sie werden im Verborgenen wirken und über die stümperhaften Ausspähversuche der Amateure vom Verfassungsschutz herzhaft lachen, während man gerne deren Honorare entgegennimmt, um damit die eigene “politische Arbeit” zu finanzieren.

Man wird diesen Menschen ihre obskure Meinung nicht verbieten können. Es wird sich nicht vermeiden lassen, sich mit ihnen persönlich auseinander zu setzen.

Es ist gut, wenn man gegen sie demonstriert. Aber es ist richtig, ihnen Parteitage und Demos zu gestatten, damit sie nicht im Dunkeln agieren. Die rechte Szene ist eine unangenehme Erscheinung. Ihre Meinung und ihre Artikulation verursachen einen gewissen Brechreiz. Aber man sollte sie nicht verbieten. Damit nimmt man sie zu wichtig und macht es ihnen zu leicht.