Langsam wird mir klar, dass mein Ärger über die deutschen Nahostkorrespondenten ungerechtfertigt war. Dass mir die Berichterstattung zu diesem Teil der Welt so idiotisch vorkommt liegt nicht an unseren Qualitätsjournalisten, es liegt offenbar an mir. Ich bin einfach zu dumm, um die komplexen Verwicklungen der orientalischen Politik  zu verstehen. So konnte ich heute auf tagesschau.de erfahren, wem der Angriff islamistischer Extremisten auf den israelisch-ägyptischen Grenzübergang Kerem Shalom wirklich genutzt hat: Zum Beispiel Israel.

 

Ich muss an dieser Stelle offen eingestehen, dass ich, trotzdem ich einst selbst Politikwissenschaft an einer deutschen Universität unterrichtet habe, nicht verstehen kann, warum ein Land davon profitiert, wenn es  in Zukunft noch mehr Soldaten und Geld für die Sicherung seiner Grenzen aufwenden muss. Da sieht man mal, wie wenig Ahnung ich eigentlich habe!

Rätselhaft ist für mich auch die lapidare Feststellung, dass terroristische Angriffe auf Israel offenbar ursächlich dadurch hervorgerufen werden, dass man sich in Israel vor genau so einem Ereignis fürchtet. Sind dann Migrantenvertreter auch am nächsten rassistischen Mordanschlag schuld, weil sie durch ihre Warnungen vor solchen Verbrechen eine „selbsterfüllenden Prophezeiung“ in die Welt gesetzt haben? Oder gilt die Regel der Täter-Opfer-Umkehr nur, wenn sich Gewalttaten gegen Israelis richten? Fragen über Fragen! Gut, dass unsere Qualitätsmedien so kompetente Nahostexperten haben, die nicht zögern, ihr umfangreiches Wissen und ihre tiefschürfenden Erkenntnisse mit den geneigten Lesern zu teilen!

PS: Lila ist auch ganz erstaunt über die messerscharfe Analyse auf tagesschau.de.