Linke aller Coleur können aufatmen: Das Sommerloch bietet noch ein Thema, das sich hervorragend eignet, zu zeigen, dass man auf der Seite der Guten steht. Die Homo-Ehe soll der anderen Ehe gleichgestellt werden. Gestern zeigte das Heute-Journal schon einmal die journalistisch absolut wertvollen Stellungnahmen von Angela Merkel und Norbert Geis gegen jede Form der gleichgeschlechtlichen Verbindung – Statements aus dem Jahr 2001! Nichtsdestotrotz scheint allen (Guten) klar zu sein, dass die angestrebte Gleichstellung kommen muss. Aber hat sich schon einmal jemand überlegt, warum endlosen steuerlichen Ausnahmefällen noch weitere hinzugefügt werden sollen?

Die Unterstützer der Gleichstellung haben natürlich keine Diskussion darüber gestartet, warum die Ehe überhaupt Sache des Staats sein sollte. Wenn der seine Finger aus dieser Angelegenheit rausgehalten hätte, hätten Schwule schon vor Jahren heiraten können. Aber die Guten glauben ja nach wie vor an ein wünschenswertes “Primat der Politik”.

Wie wäre es also damit: Wenn es den Guten vor allem um Gleichberechtigung geht, dann sollten alle steuerlichen Vorteile von Eheleuten abgeschafft werden und der Staat sollte seine Aufsicht über das Abschließen des privaten Vertrags namens “Ehe” aufgeben. Die Ersparnisse, die sich aus der Aufhebung von Steuerprivilegien ergeben, können dann in eine Senkung der Einkommenssteuer fließen – davon profitiert fast jeder, zumindest mehr Bürger als von den ehelichen Fiskalvorteilen. Wenn die Guten schon reformieren wollen, dann bitte richtig.

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