Peter Gauweiler ist eine schillernde Figur. Als Münchner “Kreisverwaltungsreferent” wurde er bundesweit für seine rigiden Ansichten zum Thema Aids bekannt und setzte das Stehverbot auf den Oktoberfestbänken mit Beamten seines Ordnungsamtes durch. Als Mitglied des Bayerischen Kabinetts wurde er weniger als Umweltminister sondern als Innenminister bekannt. Hier scheiterte er schließlich am exzessiven Blaulichtgebrauch seiner Dienstlimousine. Mittlerweile ist er einer der wenigen Bundestagsabgeordneten, die zu ihren Prinzipien stehen und regelmässig gegen EURO und EURO-Rettung stimmen und klagen. Und nun hat er in der FAZ einen bedenkenswerten Vorschlag gemacht: Europa nimmt sich die Schweiz zum Vorbild.

Der Essay vergleicht die deutsche Einigung von 1870/71 mit der europäischen am Beispiel Bayerns, das seine Souveränitätsrechte aufgab. Hier kann man ihn lesen.

Die Idee, Europa nach dem Vorbild der Schweiz zu organisieren, ist nicht ganz ohne Charme. Mehr direkte Demokratie bremst die Staatsverschuldung, senkt die Steuern und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit.

Mehr repräsentative Demokratie erhöht die Staatsverschuldung und Steuern und senkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Mehr Eurokratie vernichtet die Demokratie, lässt die Staatsverschuldung explodieren, führt zu einer erodierten Wettbewerbsfähigkeit und zerstört die vorhandene Restfreiheit.

So gesehen hat Gauweiler recht.