In der Nacht vom 10. Mai 2010 hat Sarkozy Merkel in die Knie gezwungen. Mit der ersten Griechenland-Rettung hat sie Deutschland erpressbar gemacht. An der zugezogenen Schlinge ziehen uns nun auch Monti und Hollande durch die Manege. Die letzte Hoffnung ruht auf dem Bundesverfassungsgericht, das wenigstens eine Nachbesserung des ESM erwirken könnte. Denn wie der ehemalige Merkel-Berater und Finanzwissenschaftler Stefan Homburg beleuchtet hat, gibt es schon alles, was noch zum Schein und zur Ablenkung der Volksmassen, gefordert wird: Unbegrenzte Haftung, Euro-Bonds, Staatsfinanzierung durch ESM und EZB, Refinanzierung des ESM durch die EZB und und und.

EX-EZB-Chef-Volkswirt Jürgen Stark, Bundesverfassungsrichter a.D. Paul Kirchhoff, Frank Schäffler und viele andere sprechen deutlich aus, dass alle Rettungsmaßnahmen nicht nur gegen altbewährte Prinzipien verstoßen. Es handelt sich bei der EURO-Rettung um dauerhaften und fortgesetzten Rechtsbruch. Wäre die Eurozone eine GmbH, die Geschäftsführung durch die Staatenlenker stünde längst mit beiden Beinen im Gefängnis: Wegen Bankrott, Insolvenzverschleppung und Betrug. Bilanzfälschung käme wahrscheinlich auch hinzu.

Dabei können die Beteiligten nicht länger Unwissen (das auch vor Strafe nicht schützt) vorschützen. Sie werden mittlerweile aus allen Kanälen gewarnt und versuchen, durch “Anrufe leitender Regierungsbeamte”  die Unterzeichner eines warnenden Aufrufs von mehr als 200 Ökonomen zum Schweigen zu bringen. Den Inhalt kann man sich vorstellen: Organisationen wie das IFO-Institut des Hans-Werner Sinn leben schließlich von Zuwendungen und Aufträgen der Bundesregierung. Das macht sie, bei aller “Unabhängigkeit” der auf Lebenszeit berufenen Professoren empfänglich für den Kompromiss.

Derweil versuchen uns diverse Schlaumeier Glauben zu machen, die EURO-Rettung sei für uns ein Geschäft. Der Bund würde schließlich seine Schuldpapiere zu niedrigeren Zinsen einkaufen als ohne Rettungsschirme. Das ist an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Denn die niedrigen Zinsen sind eine direkte Folge der fortgesetzten Schaffung von Scheingeld, dass die hart erarbeiteten Vermögen der Geldgeber schmälert.

Rettungsschirm hin, BVG-Urteil her: Seit dem 10. Mai 2010 haftet der deutsche Steuerzahler für die 6 – 8 Billionen EURO Schulden, die die Staaten auf den Finanzmärkten aufgenommen haben. Merkel hat sich erpressen lassen. Und wir müssen zahlen.

Sarkozy soll in jener Nacht damit gedroht haben, aus dem EURO auszutreten und die “Sonderbeziehung” zwischen Deutschland und Frankreich zu beenden. Das wäre schön gewesen.