Längst schenken die Vermögenden dem Staat ihr Geld. Die Zinsen sind niedriger als selbst die alljährliche Preissteigerungsrate. Das Vermögen wird zugunsten der Staatsschuld entwertet. Das trifft nicht nur den Milliardär sondern auch Otto Normalverbraucher, dessen Zinsen auf dem Sparbuch ebenfalls zu niedrig sind, um den Wert des Guthabens zu erhalten und dessen Lebensversicherung am Ende einen geringeren Wert hat als er vorher hatte. Selbst der Lohnempfänger spürt es an der Tankstelle oder bei der Öffnung der Nebenkostenabrechnung.

Da braucht es gar keine zusätzliche Zwangsenteignung mehr. Wobei der Vorschlag des DIW, die Staatsschulden durch eine einmalige “Vermögensabgabe” auf Kosten der Reichen mit einem Vermögen ab 250.000 € zu erledigen. Denn wer ein Vermögen von 250.000 € hat, ist alles andere als reich. Denn mit einem solchen Betrag ist etwa eine Lebensversicherung, in die ein gewöhnlicher Durchschnittsverdiener ein paar Jahrzehnte einzahlt, ganz vernünftig ausgestattet, wenn man überlegt, dass der Rentner im Alter bei sinkenden Staatsrenten seinen Lebensunterhalt sichern möchte. Nicht anders verhält es sich mit dem Einfamilienhaus oder der Eigentumswohnung, die ebenfalls meist in Jahren harter Arbeit vom Facharbeiter oder Sachbearbeiter erspart wurde und leicht einen entsprechenden Wert hat.

All diese Vermögen s i n d schon mal versteuert worden. Undzwar mit dem persönlichen Einkommensteuersatz. Und sofern etwa als Sacheigentum entstanden, auch noch mit der Mehrwertsteuersatz.  Viele davon mit einem Spitzensteuersatz von 53%, der ja galt bis die liberalste Regierung, die Deutschland je hatte, Rot-Grün und Schröder diesen auf bescheidene 42% senkte, nicht ohne zahlreiche ermäßigende Ausnahmen zu streichen.

Mit einer Vermögensabgabe schlägt der Staat zum Dritten Mal zu. Nach der Einkommenssteuer und der Inflation. So wird der Staat vom Hehler zum Dieb.