Dass ein wahrhaftiger Fernsehratsvorsitzender, MdB und sogar Vorsitzender eines bedeutenden Bundestagsausschusses  soviel Zeit darauf verwendet, mit seinen “Freunden” bei Facebook zu diskutieren, ist eigentlich ein Gewinn. Bei Ruprecht Polenz ist es entlarvend. So verkündete der Mann unlängst, dass er sich auf die Lageeinschätzung Syriens durch den libanesischen Ministerpräsidenten freue. Und das wirft so einige Fragen auf. Die Lage in Syrien ist so furchtbar, dass man sich da kaum über eine Lageeinschätzung freuen kann. Und der libanesische Ministerpräsident ist laut Wikipedia ein persönlicher Freund des syrischen Diktators, der anerkanntermaßen ja schon mal einen der Vorgänger des libanesischen Ministerpräsidenten ermorden ließ. Und der libanesische Ministerpräsident stürzte den Sohn des ermordeten Vorgängers, der ebenfalls als Vorgänger amtierte, mit den Stimmen der prosyrischen und vom iranischen Terrorregime mit Geld und Waffen unterstützten Hisbollah.  Auf so einen “Gesprächspartner” kann man sich nicht freuen. 

Polenz-Facebook-Sammelsurium ist ja mittlerweile weithin dafür bekannt, dass der Volksvertreter gerne “israelkritischen” “Freunden” eine Heimstatt bietet, deren Meinungsäußerungen nicht selten den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen, was zu erkennen dem in Jura promovierten Volksvertreter durchaus möglich sein müsste.

Rigoros geht der Mann dagegen mit den Kritikern der Israelkritiker um. Wenn deren Meinungsäußerungen ihm nicht in die vorgefertigte Meinung passen, werden sie kurzerhand “geblockt”. Das nennt man Äquidistanz.

Polenz insistiert, dass von ihm keine einzige antisemitische Äußerung bekannt sei. Das schmutzige Geschäft lässt er auf seiner Facebook-Homepage lieber von anderen erledigen.

Nur unlängst hat er gezeigt, wessen geistiges Kind er ist, als er den umgekehrten Ariernachweis erfand. Jennifer Nathalie Pyka hatte offenbart, dass eine bestimmte Remagerin ihre Gebrauchslyrik verkaufsfördernd mit dem Etikett “von einer echten jüdischen Nachfahrin von Ausschwitzüberlenden und Libanon-Krieg-Veteranin der israelischen Armee” schwindelnd versah, deren zu vermutende Belanglosigkeit es sonst wahrscheinlich nicht einmal in irgend einen gut meinenden evangelischen Gemeindesaal der Bonner Vorstadt geschafft hätte.

Wachendorffs Geschmackslosigkeit ist nicht nur deshalb ekelerregend, weil sie mit den Opfern des Landes ihr schnödes Geschäft betreibt, dessen Untergang durch ihren eigenen Vater, den sie als gläubigen Juden ausgab, als Wehrmachtsoffizier redlich herausgezögert wurde, wodurch sich die Gelegenheit ergab, in eben jenem Ausschwitz noch ein paar Tausend Juden mehr der Gaskammer zuzuführen.

Wenn Polenz in diesem Zusammenhang von einem “umgekehrten Arier-Nachweis”  spricht, der von Pyka und anderen gefordert würde, dann ist diese Äußerung  Ausweis seiner antisemitischen Geisteshaltung und der Beleg dafür, dass man ihm eine solche antisemitische Äußerung, die er sich bisher in der Öffentlichkeit verkniffen hat, nun zuschreiben kann. Sonst macht er sie ja vielleicht nur, wenn er sich mit so interessanten Gesprächspartnern wie dem friedliebenden libanesischem Ministerpräsidenten oder dem syrischen Diktator trifft, den er aus der Isolation holen wollte, um sein Bündnis mit dem Iran zu sprengen.

In einem Land, in dem der öffentlich-rechtliche Verbraucherschutz, dem er als Fernsehratsvorsitzender vorsteht, jeden schnöden Etikettenschwindel unnachgiebig verfolgt, ist jeder ein Antisemit, der die Israelkritiker mit einem anderen Maß misst als diejenigen, die auf ihre Eier  ein unberechtigtes BIO-Siegel pappen, um einen höheren Preis zu erzielen. Nichts anderes macht Wachendorff: Sie fälscht das abgelaufene Haltbarkeitsdatum wie einst die Fleischverkäufer bei REAL und macht ihr unverkäufliches Produkt so marktfähig. Auf ihre moralingesäuerten Palästina-Elogen hier noch einmal einzugehen, erspare ich uns. Das intellektuelle Gammelfleisch ist zu ekelerregend.

Polenz muss zurücktreten. Von allen Ämtern. Der Mann hat als Ausschussvorsitzender nichts zu suchen. Und als Vorsitzender des Fernsehrats schon gar nicht. Dass das nicht der Fall sein wird, ist ein Zeichen für den Fall der moralischen Sitten in diesem Land.