172 Ökonomen ist der Kragen geplatzt. Statt vermeintliche Brandmauern aufzubauen, die irgendwelche EURO-Staaten und/oder ihre Banken retten sollten, werden die realen Brandmauern tatsächlich dem Boden gleich gemacht: Bail-Out-Klausel, Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, TARGET 2, ESM und nun auch noch die Bankenunion. Jeder haftet immer schneller für alles. Nun kann die Kanzlerin den Brandbrief nicht einmal mehr ignorieren. Und der Finanzminister pfeift laut im Wald. Und eine seltene Koalition aus Gewerkschafts- und Industrielobbyisten sowie der Chefökonom eines windigen Strukturvertriebs wenden sich dagegen. Alle ohne ein einziges sachliches Argument. 

Willkommen in der sanften Diktatur. Wie beim Klimawandel und der Ausländerpolitik versucht die Regierung unter Missbrauch ihrer Macht eine missliebige Diskussion zu entbinden.  Dabei zeigt man Empörung, um die Kritiker zu diskreditieren. Weder Schäuble noch Merkel noch die Kritiker-Kritiker um Rürup und Gustav Horn argumentieren sachlich inhaltlich. Sie behaupten, die Bankenrettung würde erst nach der  gemeinsamen Bankenaufsicht greifen. Das findet nicht nur der Bundesbankpräsident merkwürdig. Denn die Bankenaufsicht kann ja nur zukünftige Schulden verhindern. Rekapitalisiert werden sie wegen ihrer heutigen Schieflage – vor der vermeintlichen gemeinsamen Aufsicht. Von der man heute noch nicht weiß, wie, wann und ob sie überhaupt funktioniert.

Das Establishment hat sich und uns in eine aussichtslose Lage gebracht. Und reitet uns immer tiefer rein. Mit jeder zusätzlichen gefallenen Brandmauer wächst nicht nur das Risiko sondern die Gewissheit, dass es wirklich keine Alternative gibt.

Was Richard Sulik “sanften Sozialismus” nennt, endet im Transfer-Rubel. Längst geht es um Alternativen Strauß-schen Ausmaßes: Freiheit statt Sozialismus. Und die Rollen sind klar verteilt. Hier der Staatsmonopolistische Pseudo-Kapitalismus und dort die Anhänger der Marktwirtschaft. Hier die Gleichgewichtstheoretiker, die sich nur darin unterscheiden, auf der jeweils anderen Seite der gleichen Formel zu manipulieren, auf dass sich Wachstum und Wohlstand einstellten. Sie führen einen erbitterten Krieg, denn es zeigt sich schon wieder, dass dieser Mechanismus nicht funktioniert. Schließlich hätte sich die Krise vorhersagen lassen müssen, wenn dieser konstruktivistische Determinismus recht hätte. Besser: Sie wäre vermieden worden. Nun versuchen wir sie, auch intellektuell, mit den Instrumenten und vor allem Methoden zu bekämpfen, die sie erst herbeigeführt haben. Denn Schuld sind nicht die Märkte sondern die fortgesetzte staatliche Intervention.

Zwar erklärt sie das Prinzip aber die wirkliche Wirkungsweise des Marktes und das Ergebnis des Wettbewerbs ist weder vorherseh- noch kalkulierbar. Und damit werden ganze Batterien von Chef-Volkswirten und ökonomischen Abteilungen sinnlos. Das ganze Prognose- und Analystentum in Brüssel und Frankfurt lässt sich auf drei Grundtechniken reduzieren: Die Glaskugel, den Kaffeesatz und die Pi mal Daumen Formel.

Und wenn es ad adsurbum geführt wird, braucht es den Staat als Umverteiler nicht mehr und die unheilige Koalition von Trittin bis Merkel wird entmachtet. Bis sich die Erkenntnis durchsetzt werden noch viele Milliarden – wenn nicht Billionen – vernichtet sein.