Die Wirklichkeit hat sowohl Francois Hollande als auch die hiesige Journallie erstaunlich schnell eingeholt. Der sozialistische Biedermann wurde als Messias gegen das Sparen und den Neoliberalismus gefeiert, der den Linken eine nette Umdeutung des Wortes Wachstum schmackhaft machte und dabei doch Verschwendung meinte. Jetzt muss er blitzartig die Steuern erhöhen, weil der Haushalt ein zusätzliches Defizit von lachhaften 40 Milliarden aufweist. Also werden die Steuern erhöht und wohlhabende Franzosen mit Sonderabgaben zur Solidarität mit dem Verschwenderstaat gezwungen. Damit kann Hollande die Neuverschuldung auf sensationelle 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken! Und die Schuldenuhr läuft weiter, aber kein Problem, die anderen werden es schon irgendwann zahlen, solange gibt es Rotwein, Käse und großsprecherisches Gehabe! Auch die Freundin des Präsidenten ist ganz plötzlich aus den Medien verschwunden, nachdem sich Frau Trierweiler, die eben noch als die perfekte First-Freundin aus “einfachen Verhältnissen” dargestellt wurde, vor den Parlamentswahlen als eifersüchtiges Biest entpuppt hatte.

Frankreich ist wieder auf dem Weg in die 80er Jahre und es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis es dort angekommen ist. Dank der EU kann dieses Mal aber nicht nur auf die Steuermittel der eigenen Bürger zurückgegriffen werden, wenn es darum geht, die Schäden zu beheben. Dieses Mal dürfen alle Mitglieder des Brüssel-Bundes für die Dummheit des französischen Präsidenten zahlen.