Seit 2007 haben wir eine andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise, vor deren schlimmsten Auswirklungen die Deutschen durch das Wachstum der Schwellenländer in Südostasien bewahrt werden, vor allem weil wir wettbewerbsfähige Produkte haben, die es so woanders gar nicht zu kaufen gibt. Mit der Politik der derzeitigen oder vorherigen Regierungen hat das wenig zu tun. Wir Deutschen halsen uns aber noch zusätzlich eine Energie”-Wende” auf, die die vielleicht gerade durch die “Agenda 2010” gewonnenen Vorteile in jedem Fall wieder preisgibt. 

Keine der bisherigen Maßnahmen hat bisher die prognostizierte Wirkung gezeigt. Die Banken sind nicht stabilisiert und Griechenland ist immer noch pleite. Doch statt über die Diagnose nachzudenken, wird einfach die Dosis des Medikaments erhöht.

Joschka Fischers flammendes Plädoyer für den Europäischen Staat in der Süddeutschen zeigt dabei die reflexhafte Ratlosigkeit der politischen Elite. Wir Deutschen träumen von mehr Europa weil wir Angst vor der eigenen Courage haben und fürchten, den Kontinent ein drittes Mal in die Katastrophe zu führen. Unsere Nachbarn – insbesondere die Franzosen – sehen das alles mit Unbehagen und denken wahrscheinlich nicht im Ernst daran, nationale Souveränität zu Gunsten der Eurokratie aufzugeben, die man schwer unter deutschem Einfluss vermutet.

Es ist offensichtlich, dass das politische Personal zu kleinkariert denkt und zu kleinmutig lenkt, und so das Verderben hervorbringt, das man zu verhindern trachtet.