Wenn ein Land wie Griechenland in die Bredoullie geriet, gab es früher drei Maßnahmen für die Wiederauferstehung: 1. Schuldenschnitt, 2. Sparen und 3. Abwertung der Währung. Und wie Griechenland, Spanien und Portugal zeigen, scheinen die Punkte eins und zwei nur zu funktionieren, wenn  man auch Nummer drei umsetzt. Denn das Konzept der “Inneren Abwertung” scheint nicht zu funktionieren. 

Dabei handelt es sich um eine Kopfgeburt der Euro-Retter. Um die Exporte zu erhöhen und das Handelsbilanzdefizit zu senken, müsste die Volkswirtschaft wettbewerbsfähiger sein. D.h.: zunächst über Produkte und Dienstleistungen zu verfügen, die andernorts gewünscht werden und diese auch noch zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten. Dabei gilt die Faustregel: Je niedriger der Preis desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass die Produkte reißenden Absatz finden.

Ich habe auf diesem Wege gestern die griechische Volkswirtschaft gestärkt: Statt Beelitzer (5,99 €/ kg), grünem (2,00 €/kg) habe ich violetten Spargel bei Netto erstanden: Für unschlagbare 1,60 € je Kilo. 2,40 € für Griechenland. Mal schauen, wie die Greichenrettung schmeckt.

Die Voraussetzung dafür, dass der griechische Bauer damit auch noch Geld verdient, ist ganz einfach zu erklären: Sein Arbeitslohn (oder der seiner Spargelstecher) muss unter dem Arbeitslohn der polnischen und rumänischen Wanderarbeiter in den deutschen Spargelgebieten liegen. Und trotzdem muss er prinzipiell davon leben können. Das bedeutet, dass alle anderen Preise und Löhne in seinem Heimatland ebenfalls niedrig genug sind, damit er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

In Griechenland lässt sich nun beobachten, dass außer Spargel, Schafskäse und Oliven offensichtlich wenig Exportgüter wettbewerbsfähig sind. Schon der Tourismus leidet unter dem hohen Euro massiv, weil die türkischen Nachbarn eine vergleichbare Leistung für einen Bruchteil des Preises anbieten kann.

Und in Griechenland lässt sich beobachten, dass nicht alle Preise gleichmässig sinken sondern nur staatliche Transferleistungen, die Gehälter der Staatsbediensteten und das war es dann schon.

So wird Griechenland aber nicht wettbewerbsfähig und die an sich richtigen Einsparungen beim Staatsbudget entfalten ihre doppelte Wirkung, weil das halbe Land nicht von der eigenen Leistung lebt sondern auf Pump. Und die Wettbewerbsfähigkeit wird so nicht erhöht.

Das zeigt auch gleichzeitig, dass schuldenfinanzierte Wachstumspakete wie sie jetzt auch der scheinliberale Wirtschaftsminister vorschlägt, keine Wirkung entfalten können. Sie weiten den staatlichen Sektor aus und verpuffen. Am Ende bleibt kein Wert aber die Schulden.

Die einfachste Lösung für die Griechen wäre eine Abwertung der Währung. Einfacher wäre es allerdings, wenn nicht die Griechen aus dem EURO austreten würden sondern die leistungsstarken Länder wie von Prof. Kerber vorgeschlagen, eine harte Parallelwährung gründen würden. Das würde den Wert des Euro und die Schulden schmälern und die Wettbewerbsfähigkeit des Club Med erhöhen.