Diese CDU kann keiner, der sich konservativ nennt, wählen. Sie ist die schlechte Kopie der Betonkopf-SPD in NRW, die den jahrzehntelangen Niedergang des Bundeslandes verantwortet. Die Merkelsche Modernisierung der Partei ist gescheitert. Eine schlechte Kopie von Ökologen und Sozialisten braucht niemand. Fra Kramp-Karrenbauer und Frau von der Leyen sind für den Brudermeister der Schützen vom Niederrhein und den Handwerksmeister aus dem Münsterland so wenig wählbar wie für den mittelständischen Metallbau-Unternehmer aus dem Bergischen, der die Existenz seines 150 Mann-Betriebs von Teilzeitarbeitsregulierung und Frauenquote bedroht sieht. Dabei rumort die Volksseele wegen der fortwährenden Euro-Rettung und ahnt längst, dass das alles nicht gut geht und der Bürger auf der Strasse die Zeche zahlt.

Das tut er schon längst, denn die Inflation ist schon lange angekommen. Der kleine Mann wird von den explodierenden Energiepreisen erschlagen. Die Immobilienblase wird schon bald nicht nur den Strom sondern das Wohnen für viele unbezahlbar machen. Und die Vermögenden werden um ihr Hab und Gut gebracht, weil die Zinsen auf dem Kapitalmarkt deutlich negativ sind: Sie sind niedriger als die ohnehin schon getürkte Inflationsrate.

Nur die erfolgreiche Exportindustrie bewahrt uns vor dem Absturz. Die ist dank des niedrigen EURO wettbewerbsfähig aber eben auch wegen Schröders minimalen Reformen, die großspurig “Agenda 2010” genannt wurde und es für Sozialhilfeempfänger ein wenig attraktiver machte, wenigstens ein bisschen arbeiten zu gehen.

Diese Wahl war keine Regionalwahl. Die Leute gehen entweder gar nicht mehr hin oder aber sie protestieren. Die Nichtwähler sind wieder die größte Ansammlung von Staatsbürgern und das Wahlergebnis der Piraten erklärt sich auch nur aus Protest. Die FDP verdankt ihr Ergebnis zu großen Teilen der Tatsache, dass Muttis schlauster sich ziemlich dämlich anstellte. Aber auch dafür, dass Leute wie er die Union bis zur Verwechselbarkeit unkenntlich gemacht haben und aus reinem Populismus waghalsige Experimente wie die Energiewende wagen. Röttgen ist programmatisch Merkel pur, also der Fleisch gewordene Oppurtunismus, der den für pragmatisch hält.

Lindner ist nicht viel anders, verkauft das aber besser. Wäre er als Generalsekretär nicht zurück getreten, der vermutliche Skandal bei der Mitgliederbefragung zum Rettungsschirm hätte seine großartige Programmarbeit zunichte gemacht und seiner politischen Karriere ein Ende bereitet. Mit seiner Fahnenflucht hat er nur eines gerettet: Seine politische Haut.

Dass er in NRW eine Chance hatte, liegt nur daran, dass man ihm noch mehr zutraut als Rössler und Konsorten. Und das ist allerdings verdammt wenig.