Niemand profitiert so schön automatisch von den hohen Sprit- und Heizölpreisen. Denn nach der satten Mineralölsteuer schlägt Vater Staat auch noch preisabhängige 19% Mehrwertsteuer auf den Gesamtpreis – also auch auf den bereits erhobenen fixen Steuerbetrag auf.  Kassiert Vater Staat bei rund einem Euro Spritpreis 19 Cent Mehrwertsteuer, sind es bei zwei Euro schon 38. Das macht nur beim Benzinverbrauch ohne Diesel bei rund 22 Mio Tonnen Jahresverbrauch rund 4,1 Mrd. €.  Für den Diesel kann man aufgrund des niedrigeren Preises nochmal die Hälfte ansetzen. Die schleichende Inflation, die zu höheren Lohnabschlüssen führt, spült ihm auch reichlich mehr Lohnsteuer in die Kasse. Um durchschittlich 500,00 € je Erwerbstätigen. Bei rund 36 Millionen abhängig Beschäftigten wären das rund 18 Milliarden € mehr für  die Staatskasse. 

Schäuble profitiert also auf drei Wege von der Inflation: Die steigenden Preise spülen ihm immer mehr Steuereinnahmen in die Kasse. Die Schulden werden immer weniger wert. Und die Zinsen billiger oder wie bei den in letzter Zeit aufgenommenen Staatsanleihen gar negativ.

So wie der Staatssekel profitiiert, verliert der Bürger gleich dreimal. Sein Einkommen und Vermögen wird weniger wert, für sein Erspartes kriegt er einen Zinssatz unterhalb der Inflationsrate, so dass sich Sparen gar nicht lohnt. Und er muss nicht nur wegen der kalten Progression immer mehr und immer mehr Steuern zahlen.

Das Begleitfeuer von Schäuble bis Gabriel hat dazu geführt, dass die Etatisten unverfroren noch mehr wollen. Reichensteuer, Steuer auf den Wehrsold der freiwillig wehrdienstleistenden, Demographieabgabe und und und. Ein eherner Grund legitimiert den Griff in die Tasche. Mehr Bildung ist so ein schönes Stichwort. Dabei mangelt es bei der Bildung nicht nur am Geld. Sondern an der Organisation und dem ständigen staatlichen Interventionismus.

Eine Partei, die darauf hinweist und fordert, dem Bürger zu lassen, was ihm gehört, würde die Bereitschaft erhöhen, etwa bei einem einfachen und gerechten Steuersystem mit niedrigen Sätzen – etwa einem Spitzensteuersatz von 30% einen 5%igen Aufschlag hinzunehmen, der direkt in die Schuldentilgung fließt. Und nicht in den Haushalt.