Dieses Märchen ist eine Parabel von universeller Geltung Hans Christian Anders hat es vor 150 Jahren veröffentlicht. Betrüger verkaufen dem eitlen Kaiser immer neue Kleider, die nur sehen können soll, wer nicht übermässig dumm und in seinem Job ausreichend befähigt ist. Tatsächlich handelt es sich um nichts. Die Masche funktioniert, bis ein kleiner Junge ausruft: “Aber der Kaiser hat ja gar nichts an”. Die Paralellen mit unserem Geldsystem sind unglaublich.

Wer eine Kuh zu verkaufen hatte und nur einen Sack Salz brauchte, hatte ein Problem. Er konnte schlecht den Gegenwert eintauschen. Obwohl Gewürze schon bald auch als Währung funktionierten. Salz ist etwa bei trockener Lagerung lange haltbar. Aber Edelmetalle setzten sich bald als ideales Tauschmittel durch und wurden so zu Kapital: Zum Speichermedium für Leistung.

Die Prägung zur Münze machte das Geld kompatibel und verschaffte dem Bürger Rechtssicherheit: Die Prägeanstalt übernahm die Garantie für den Gehalt an Edemetall und die Münze war leichter zu handhaben als der Klumpen Gold, um den sich Hans im Glück selbst bringt.

Und dann kam der Schein. Bänker garantierten mit ihrer Unterschrift, dass der Überbringer der Banknote eine bestimmte Anzahl an Münzen oder meist Gold ausgehändigt bekäme. Erst das machte das bedruckte Papier zum Wert an sich.

Seit die Golddeckung aufgehoben ist, bleibt von der Banknote nur der Schein, der so lange einen Wert darstellen kann, wie man an ihn glaubt. Stirbt die Illusion, ist er wertlos. Bisher verweigert man sich der Erkenntnis, dass mit der Creation immer neuer Scheingeldbestände nur immer neue Blasen entstehen, eine assymetrische Inflation den virtuell an der Börse geschaffenen Wert vernichtet und durch den Rückschlag auf die reale Wirtschaft Vermögen vernichtet, das einst in Echt erschaffen wurde.

Der Moment ist nicht mehr fern, in dem der Junge sagt: “Aber er hat ja gar nichts an”.